Hyperproduktive Teams mit Scrum: „From Good to Great“

Wie können gute Teams mit Hilfe von Scrum zu großartigen Teams werden? Damit beschäftigt sich Scrum Co-Founder Jeff Sutherland schon seit vielen Jahren. Vor einiger Zeit hat er hierzu in seinem Blog geschrieben.

Jeff Sutherland macht allen motivierten Teams Hoffung, dieses Ziel erreichen zu können. Nach dem aktuellen Forschungsstand soll jedes Team in der Lage sein, hyperproduktiv zusammenzuarbeiten, auch wenn das Unternehmen, in dem das Team arbeitet, nicht die optimalen Bedingungen bietet.

Auf welche Punkte sollten Teams unbedingt achten, wenn sie hyperproduktiv zusammenarbeiten möchten?

  • Alle Teammitglieder müssen in Scrum geschult sein.
  • Der Backlog muss READY seine, bevor er in einen Sprint übernommen wird.
  • Das Software-Inkrement muss am Ende jedes Sprints DONE sein.
  • Immer wenn nur eine Person eine Aufgabe erledigt werden kann, sollte sofort mit Pair Programming gearbeitet werden.
  • Volle Fokussierung – kein Multitasking.
  • Das Team nutzt ein physisches Scrum Board / Taskboard.
  • Kurze Sprints, häufig von nur einer Woche.
  • Der Burndown erfolgt auf Story Point-Ebene (nicht Tasks oder Stunden)
  • Alles (inklusive Support) wird durch den Product Owner priorisiert.
  • Die höchstpriorisierten Hindernisse müssen aus dem Weg geräumt werden.
  • Die Führung des Teams erfolgt nach dem „Servant leadership“–Gedanken.

Eine Verdopplung der Produktivität ist laut einer Untersuchung bereits dann möglich, wenn darauf geachtet wird, dass alle Arbeiten am Ende des Sprints auch wirklich DONE sind. Die Fehlerquote konnte bei den betrachteten Scrum-Teams damit um ganze 40 Prozent reduziert werden. Wenn die Teams konsequent daran arbeiten, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und ihre Arbeiten wirklich DONE abzuschließen, können sie leicht ihre Produktivität drastisch erhöhen. Leider tun dies nur geschätzte 50 Prozent der Scrum-Teams auf der Welt.

Eine weitere Verdopplung der Performance des Teams kann erreicht werden, wenn der Backlog einen hohen Grad von READY erreicht. Dies wirkt sich direkt auf die Effizienz in der Story-Umsetzung aus. Wenn Teams es schaffen, ihre Arbeiten jeweils entsprechend der Definition of DONE abzuschließen und auch einen sauberen Backlog pflegen, der hochgradig READY ist, können sie den Untersuchungsergebnissen nach durchaus mit der vierfachen Produktivität eines Durchschnittsteams erreichen.

Ein weiteres Level der Produktivität kann erreicht werden, wenn es sich um selbstorganisierende Teams handelt, die an der Maximierung ihrer (nachhaltigen) Team Velocity arbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen. Dies erfordert flache Organisationsstrukturen und enge Zusammenarbeit.

Auch wenn es einfach klingt, ist es mit Sicherheit herausfordernd in der Umsetzung. Auch hier zeigt sich, dass eine gute Anwendung von agiler Softwareentwicklung viel Disziplin erfordert. Angesicht der starken Produktivitätsverbesserungen, die möglich sind, lohnt es sich denke ich dennoch, sich weiter in diese Richtung zu entwickeln. Dabei hilft diese Präsentation von Jeff Sutherland:
A Practical Roadmap to Great Scrum: A Systematic Guide to Hyperproductivity (PDF)

Foto: drewgstephens

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Softwareunterstützung für Scrum-Teams: JIRA und Confluence

Die Verwendung von Tools ist bei Scrum-Teams ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Die einen schwören darauf, die anderen halten es für überflüssig. Was für alle Teams und Teammitglieder gelten muss, wenn sie Softwareentwicklung mit einem agilen Verständnis betreiben möchten, ist: „Individuals and interactions over processes and tools“ (Agile Manifesto). Die Tools dürfen nicht als Ersatz für den persönlichen Austausch zwischen den Produktentwicklern betrachtet werden. Unter dieser Prämisse sehe ich durchaus einige sehr hilfreiche Anwendungen für Tools. Wie bei der Internetagentur //SEIBERT/MEDIA in den Scrum-Teams mit den Atlassian-Produkten JIRA und Confluence arbeiten, habe ich in einem aktuellen Artikel dargestellt.

Zum Artikel im Blog von //SEIBERT/MEDIA

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Foto: zoonabar

Konflikte gehören dazu: Teambildungsprozesse in der Softwareentwicklung

Es ist unheimlich spannend, Softwareentwicklungsteams bei den ersten Sprints eines neuen Scrum-Projekts zu beobachten. Es ist eine intensive Zusammenarbeit gefordert, um als Team erfolgreich zu sein.
Und wenn ich sage, dass der Prozess spannend ist, bedeutet das auf keinen Fall, dass es nur schöne Seiten hat. Die enge Zusammenarbeit, optimalerweise in einem gemeinsamen Teamraum, führt durchaus zu Konflikten. Diese Konflikte werden häufig noch als etwas Schlechtes angesehen. Dabei sind sie extrem wichtig. Als Team Konflikte zu haben bedeutet auch, dass offen über Meinungsverschiedenheiten gesprochen wird. Dies ist besser als eine Situation, in der sie unter den Teppich gekehrt und nicht aufgelöst werden. Dennoch müssen sich Teams einspielen, was die Austragung und Überwindung von Konflikten anbelangt. Dabei ist es hilfreich, wenn die Teammitglieder grundsätzliche Kenntnis über Teambildungsprozesse haben. Ein häufig referenziertes Modell des Teambildungsprozesses geht auf Bruce Tuckman zurück. Dieses stelle ich in einem aktuellen Artikel vor.

Zum Artikel im //SEIBERT/MEDIA Blog

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