Natürliche Monopole

Ein natürliches Monopol liegt vor, wenn ein Unternehmen die Marktnachfrage günstiger bedienen kann, als zwei oder mehr Unternehmen. Dies ist meist durch die Notwendigkeit von hohen Investitionsausgaben bedingt, um überhaupt Nachfrage decken zu können.

Nutzt nun der Monopolist seine Marktstellung, wird er seine Ausbringungsmenge gemäß der Grenzerlös=Grenzkosten-Regel optimieren. Die Folge dieses Verhalten ist eine zu geringe Ausbringungsmenge und ein erhöhter Preis (Monopolpreis) gegenüber der effizienten Situation. Die Differenz aus effizientem Preis und Monopolpreis kann dann als eine Art Privatbesteuerung der Allgemeinheit aufgefasst werden.

Um dieser Ineffizienz entgegen zu wirken, werden die betroffenen Sektoren oftmals in Eigenregie der öffentlichen Hand bewirtschaftet oder aber es werden Regulierungen vorgenommen. Möchte man dabei das effiziente Produktionsniveau erreichen, führt dies quasi zwangläufig zu staatlichen Subventionen. Zur Erreichung der Effizienz müsste schließlich der Preis in Höhe der Grenzkosten liegen. Für Kostendeckung müsste der Preis dagegen in Höhe der Durchschnittskosten liegen. Im Falle des natürlichen Monopol liegen die Grenzkosten aber immer unter den Durchschnittskosten. Daher entsteht eine Finanzierungslücke [(Durchschnittskosten – Grenzkosten)*Absatzmenge], die gedeckt werden muss.

Nimmt man nun ein privates Unternehmen unter Preisregulierung an, so würde das Unternehmen bei Verpflichtung auf die Grenzkosten als Verkaufspreis einen Verlust machen. Es würde daher aus dem Markt aussteigen, wenn es nicht entschädigt würde. Eine Subvention wäre daher nötig, sollte weiterhin die effiziente Menge zu Grenzkostenpreis verkauft werden.

Möchte man auf die Subventionierung verzichten und nimmt dafür auch eine Abweichung von der effizienten Produktionsmenge in Kauf, so bietet sich die Setzung eines Durchschnittskostenpreises nach Ramsey & Boiteux an. Ein Grund dafür, warum eine Subventionierung nicht optimal wäre, liegt darin, dass sie zu Verzerrungen führen würde. Lediglich eine lump sum-Tax, also eine Pauschalsteuer, würde nicht zu solchen Verzerrungen und damit Wohlfahrtskosten führen. Diese gibt es in praktischer Anwendung aber nicht. Zu Verzerrungen kann es z.B. deshalb kommen, wenn die Individuen wissen, dass eine bestimmte Steuer nur deshalb gezahlt werden muss, weil sie das entsprechende Gut konsumieren. Die dafür zu zahlende Steuer erhöht im Grunde den Preis für den Konsum des Gutes und die Nachfrage wird sich entsprechend ändern.

Geht man nun doch von einer Subventionierung aus, können die Zusatzkosten der Subventionierung mit modelliert werden. Sind diese Zusatzkosten null, so würde die First-Best-Lösung, also die effiziente Situation resultieren. Liegen sie über null, so würde eine Second-Best-Lösung mit einem Preis oberhalb der Grenzkosten resultieren. Die Effektivität der Steuerpolitik eines Landes spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Falle eines ineffizienten Steuersystems kann es dazu kommen, dass es besser wäre, den Monopolisten einen positiven Gewinn erwirtschaften zu lassen.

Auf die Frage, wie nun im Falle eines natürlichen Monopol vorgegangen werden sollte, kann daher einmal mehr mit einem lauten „Kommt darauf an!“ geantwortet werden.

Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

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