Commitment gerissen! Na und?

Sprint-Review. Das Scrum-Team hat sich für den Sprint einiges vorgenommen. Schnell stellt sich heraus: ein großer Teil davon konnte nicht erreicht werden. Doch scheinbar stört sich das Team nicht daran. – Wie sollte ein Product Owner darauf reagieren?

Dieses Szenario wurde vor kurzem bei einem OpenSpace besprochen und es sind einige Anregungen zusammen gekommen, wie darauf reagiert werden könnte. Im Kern steht dabei unsere Annahme, dass das Team vor allem deshalb relativ gleichgültig auf das Verfehlen ihres Sprintziels reagiert hat, weil sie nicht mehr erkennen konnten, dass es irgendjemanden interessiert. Die Geschäftsführung hatte sich schon seit Monaten in keinem Review mehr blicken lassen, die Ergebnisse wurden nicht nach außen kommuniziert und die Reviews wurden nur noch pro forma Team-intern durchgeführt.

  • In das Review für regelmäßige Beteiligung von Kunden und anderen Stakeholdern sorgen: Die Beteiligung der Kunden, Geschäftsführung oder anderer Stakeholder könnte dem Team aufzeigen, dass es diesen Teilnehmern wichtig ist, was an Software ausgeliefert wird.
  • Kosten eines Delays aufzeigen: Es könnte dem Team aufgezeigt werden, wie sich die Verzögerung über mehrere Sprints hinweg derart auswirkt, dass das kommende Release über deutlich weniger Funktionalität verfügt und damit auch die Zufriedenheit der Kunden klar gefährdet wird.
  • Gemeinsames Review mit mehreren Teams, wenn vorhanden: Sofern mehrere Teams im Unternehmen arbeiten, könnte ein Review mit mehreren Teams gemeinsam durchgeführt werden. Dies könnte es auch der bereits genannten Geschäftsführung ermöglichen, wieder an Review-Terminen teilzunehmen, wenn nicht jedes Team einen eigenen Termin hat.
  • Die Art des Reviews variieren, z.B. im Stil einer „Messe“: Damit das Review interessant bleibt, könnte das Setting von Zeit zu Zeit variiert werden. Einmal im Besprechungsraum mit allen gemeinsam an einem Tisch, mal im Büro des Scrum-Teams mit verschiedenen Stationen, an denen die einzelnen Arbeitsergebnisse präsentiert werden, … .
  • Kundenbeirat zum Review einladen: Wenn das Unternehmen über einen Kundenbeirat verfügt, könnte dieser einmal zu einem Review eingeladen werden, damit Kunden und Entwickler sich einander annähern und dem Team präsent wird, für wen sie das Produkt entwickeln.

Wie würdet Ihr in so einer Situation verfahren?

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Genial: Taskboard und JIRA automatisch abgleichen

Wie cool wäre es, die Vorteile eines Offline-Taskboards mit denen eines Aufgaben-Managementsystems wie JIRA vollständig zu verknüpfen? Wir selbst nutzen beides und sind auch überzeugt davon. Aber ein Nachteil ist offensichtlich: Das Taskboard muss immer offline und in JIRA aktualisiert werden. Jeder Task muss daher zweimal angepackt werden.

Nicht so bei einem Scrum-Team von Vodafone aus Dänemark. Deren ScrumMaster Ole Hojris Kristensen hat eine Lösung mit RFID-Technologie gebaut, bei der die Aktualisierung in JIRA direkt erfolgt, wenn ein Task von einem Status in einen anderen verschoben wird.

Weitere Sprint-Verläufe des Teams können bei YouTube verfolgt werden.

In diesem Präsentationsvideo stellt Ole vor, wie der automatische Abgleich zwischen Taskboard und JIRA funktioniert.

Was haltet ihr von dieser Konstruktion?

Via: Jeff Sutherland

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„Das gesamte Scrum-Team besteht aus Helden“

Für mich das schönste Zitat aus „Scrum: Produkte zuverlässig und schnell entwickeln“ von Boris Gloger:

Das gesamte Scrum-Team besteht aus Helden. Sie haben die Aufgabe, täglich Entscheidungen zu treffen. Sie müssen tun, was nötig ist, um ein Ziel zu erreichen, und das erfordert Courage.

Es klingt beim Lesen erst einmal komplett übertrieben. Doch es beschreibt den Mentalitätswandel der in Teams passieren muss, um erfolgreich mit Scrum zu arbeiten. Das Team führt keine Aufforderungen aus, sondern erarbeitet Lösungen, das erfordert Entscheidungen und das … . Warum nicht gleich in den Teamraum hängen? Zitat als PDF

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Informationsarchitekten, Designer und Scrum

Bei der Verwendung von Scrum in der Softwareentwicklung werden die genauen Spezifikationen für die Umsetzung von Anforderungen recht kurzfristig innerhalb eines Sprints durchgeführt. Der Product Owner definiert, welches Problem gelöst werden soll, das Team erarbeitet häufig erst „Just-in-Time“, wie die Lösung ausschaut. Genau dieses „Just-in-Time“-Arbeiten stellt Informationsarchitekten und Designer vor eine große Herausforderung.
Inken Petersen und Patrick Roelofs haben für die IA-Konferenz 2009 in Hamburg eine Präsentation genau zu diesem Thema erstellt und bieten 8 Tipps, die bei einer erfolgreichen Integration der Informationsarchitekten in Scrum-Teams helfen sollen.

A List apart empfiehlt dazu:

“Best practice” suggests that designers should research iteration n+2, design iteration n+1, support iteration n and review iteration n-1.

Aber auch hierbei sollte darauf geachtet werden, dass eine enge Kommunikation mit den Entwicklern stattfindet und nicht „im stillen Kämmerlein“ gearbeitet wird.

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Scrum = Scrum, sagt Ken Schwaber

Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob Scrum als „reine Lehre“ genommen werden sollte, oder ob auch Modifikationen von Scrum sinnvoll sein können. Da Scrum so häufig nicht vollständig implementiert wird, hat sich mittlerweile der Begriff ScrumBut eingebürgert. Diese Bezeichnung kommt von der Aussage: „Wir nutzen Scrum, aber…“.

Bis zu welchem Maße Modifikationen an Scrum sinnvoll und sogar notwendig sind, ab wann sie aber nicht erwünscht sind, dazu hat Ken Schwaber, einer der Begründer von Scrum, jetzt in seinem Blog Stellung bezogen.

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