Die Rhetorik von Apple-Chef Steve Jobs

Apple-Chef Steve Job gilt als einer der besten Redner der heutigen Zeit. Über seine extensive Nutzung von Adjektiven bei seiner kürzlichen Vorstellung des iPads wurde jetzt ein Video zusammengestellt. Auch andere Apple-Mitarbeiter kommen zu Wort und machen es dem Chef nach:

Via: [mashable; alltagsforschung]

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Der Ablauf eines Rhetorik-Workshops

Matt fragte in einem Kommentar danach, wie eine Toastmasters-Veranstaltung abläuft. Die Rhetorik-Workshops nach den Regularien von Toastmasters International haben einen fest vorgegebenen Ablauf:

  • Zunächst erfolgt eine Begrüßung durch den sogenannten „Tostmaster des Abends“. Er leitet den Workshop und führt durch das Programm.
  • Danach startet der erste große Programmteil. Es werden 2-4 vorbereitete Reden von Mitgliedern gehalten. Die Länge der Reden liegt in der Regel zwischen 5 und 7 Minuten. Dabei liegt den Redeprojekten der Mitglieder stets eine Aufgabe zu Grunde, die sich aus einem Handbuch von Toastmasters International ergeben. Eine solche Aufgabe kann es z.B. sein, besonders auf die stimmliche Vielfalt oder die Körpersprache zu achten.
  • Im Anschluss an die Reden erfolgt die Bewertung. Für jede Rede wird vor dem Treffen ein Bewerter festgelegt, der aus dem Kreis der Mitglieder kommt, und konstruktives Feedback gibt.
  • Der zweite Teil des Rhetorik-Workshops besteht dann aus den Stegreifreden. Hier gibt der Stegreifredenmeister, eines der Mitglieder, verschiedene Reden vor. Pro Redethema wählt er dann mehr oder weniger zufällig einen der Teilnehmer aus, der dann Stellung dazu nimmt. Eine solche Fragestellung könnte z.B. derzeit lauten: „Was hälst du von der Schweinegrippe-Impfung? Ist das eine Marketing-Masche der Pharmabranche oder eine Bedrohung für die Menschheit?“ Die Stellungnahme auf eine solche Frage hin sollte zwischen 1 und 2 Minuten dauern.
  • Auch die Stegreifreden werden bewertet. In diesem Falle gibt es aber einen Bewerter, der alle Kurzreden bewertet. Er gibt zu jedem Teilnehmer der Stegreifreden-Runde eine kurze Rückmeldung von 1-1,5 Minuten Dauer.
  • In der Regel nehmen diese zwei großen Teile des Workshops 1-1,5 Stunden Zeit in Anspruch. Im Anschluss erfolgt jetzt noch eine Abendbewertung. Ein Zeitnehmer gibt Rückmeldung, wie die Redner sich an die jeweiligen Zeitvorgaben gehalten haben. Der Füllwortzähler gibt allen Rückmeldung, wie viele „ähms“ und sonstige unnötige/störende Laute von den Teilnehmern vernommen wurden. Zum Abschluss gibt es dann noch eine Gesamtbewertung des Abends, wobei oftmals ein „Blitzlicht“ durchgeführt wird und alle Teilnehmer eine Rückmeldung von 1-2 Sätzen geben, was ihnen gefallen hat und was sie verbesserungswürdig halten.

Mehr Informationen gibt es auch unter www.rhetorik-club-wiesbaden.de.

Wie sind die Mitglieder eines Rhetorikclubs?

Die wichtigste Frage, die sich wohl jeder von uns stellt, wenn er/sie zu einem Treffen eines bisher nicht bekannten Vereins oder einer Organisation geht, ist die nach den dort vertretenen Personen. Anbei möchte ich einen subjektiven Eindruck davon wiedergeben, wie man sich die Mitglieder eines Rhetorikclubs vorstellen kann:

  • Das Alter ist sehr unterschiedlich und liegt grob gesagt zwischen 20 und 70 Jahren (ohne ältere oder jüngere Toastmaster ausschließen zu wollen), das Mindestalter liegt aber bei 18 Jahren.
  • Sie sind sehr an der persönlichen Entwicklung interessiert. Oft, aber nicht zwingend, haben sie sich schon viel mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt.
  • Sie sind zumeist beruflich erfolgreich. Ein großer Teil der Mitglieder ist in führender Funktion tätig oder selbstständig. Das schließt aber nicht aus, das viele von ihnen sehr spannende Lebensläufe haben. Sie sind im Besonderen keine Karrieristen.
  • Sie sind sehr aufgeschlossen und vielseitig interessiert. Das macht auch die Reden besonders spannend und abwechslungsreich.

Am Besten sollte sich jeder aber selbst einen Eindruck bei einem Treffen eines Clubs vor Ort machen.

Was Rhetoriker von Steve Ballmer lernen können

… wie man aus sich heraus geht:

… wie man damit umgeht, wenn man mit Eiern beschmissen wird:

… wie man Leute dazu bewegt, ein Musik-Video über einen zu erstellen und bei YouTube hochzuladen:

Wer übrigens glaubt, dass Steve Ballmer früher nicht auch schon so drauf war, sollte sich dieses Video in jedem Fall einmal anschauen:

Und wer noch nicht genug hatte, sollte sich dieses „Best of“-Video noch einmal anschauen:

Best of Edmund Stoiber

Bei ihm hätte jeder Füllwortzähler seine Freude: Edmund Stoiber, der Meister der ähms. Dieses Video zeigt Ausschnitte seiner schönsten Reden. Sehr amüsant.

I hate Public Speaking – Lied über Lampenfieber

Dieses Lied beschreibt die Gefühlszustände, die so mancher Redner vor einer Präsentation durchlebt:

Dagegen hilft am besten: Viel Übung!

Weitere Informationen:

Schlagfertigkeit – Best Practice von Hans-Dietrich Genscher

Ein schönes und amüsantes Beispiel für die Schlagfertigkeit von Hans-Dietrich Genscher:

Rhetorik-Club Wiesbaden

Die Rhetorik-Clubs von Toastmasters International sind eine hervorragende Möglichkeit, die eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. So lernt man unter anderem das Reden vor Gruppen, das Lampenfieber zu besiegen und das konstruktive Bewerten von Reden anderer Mitglieder. Statt einmalig an einem Rhetorikseminar teilzunehmen und dann auf sich alleine gestellt zu sein, findet eine fortlaufende (i.d.R. zweiwöchentliche) Beschäftigung mit den eigenen Redefähigkeiten statt.

In Wiesbaden gibt es drei solcher Clubs. Zwei englischsprachige sowie einen deutschsprachigen: Den Rhetorik-Club Wiesbaden. Die Übungsabende (1. und 3. Mittwoch im Monat ab 19.15 Uhr) laufen dabei nach einem festen Schema ab:

  • Begrüssung
  • 2-4 vorbereitete Reden von Mitgliedern (pro Rede 5-7 Minuten)
  • Bewertung der vorbereiteten Reden
  • Stehgreifreden-Runde (Achtung! Hier können Sie als Gast mitmachen. Müssen Sie aber nicht.)
  • Bewertung der Stehgreifreden
  • Abendbewertung (Zeitnehmer, Füllwortzähler und Bewertung des Abends)

Interessenten sind immer dazu eingeladen, einmal hineinzuschnuppern. Weitere Informationen gibt es hier:

Das Wiesbadener Tagblatt berichtete zur Gründung des Rhetorikclubs im vergangenen Jahr:

„In Wiesbaden hat sich ein Rhetorik-Club gegründet, der nun Interessierte zu einem ersten Treffen einlädt. Es findet statt am Mittwoch, 2. April, um 19 Uhr im Biebricher Schloss. Viele Menschen empfinden es als unangenehm, eine Rede oder einen Vortrag zu halten. Sie fürchten zu versagen. Im Rhetorik-Club lernen sie in lockerer Atmosphäre, dass Reden auch Spaß machen kann. Der Club ermöglicht Studenten, Berufstätigen und Interessierten ein Redetraining in lockerer Atmosphäre.“

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