Der Ablauf eines Rhetorik-Workshops

Matt fragte in einem Kommentar danach, wie eine Toastmasters-Veranstaltung abläuft. Die Rhetorik-Workshops nach den Regularien von Toastmasters International haben einen fest vorgegebenen Ablauf:

  • Zunächst erfolgt eine Begrüßung durch den sogenannten „Tostmaster des Abends“. Er leitet den Workshop und führt durch das Programm.
  • Danach startet der erste große Programmteil. Es werden 2-4 vorbereitete Reden von Mitgliedern gehalten. Die Länge der Reden liegt in der Regel zwischen 5 und 7 Minuten. Dabei liegt den Redeprojekten der Mitglieder stets eine Aufgabe zu Grunde, die sich aus einem Handbuch von Toastmasters International ergeben. Eine solche Aufgabe kann es z.B. sein, besonders auf die stimmliche Vielfalt oder die Körpersprache zu achten.
  • Im Anschluss an die Reden erfolgt die Bewertung. Für jede Rede wird vor dem Treffen ein Bewerter festgelegt, der aus dem Kreis der Mitglieder kommt, und konstruktives Feedback gibt.
  • Der zweite Teil des Rhetorik-Workshops besteht dann aus den Stegreifreden. Hier gibt der Stegreifredenmeister, eines der Mitglieder, verschiedene Reden vor. Pro Redethema wählt er dann mehr oder weniger zufällig einen der Teilnehmer aus, der dann Stellung dazu nimmt. Eine solche Fragestellung könnte z.B. derzeit lauten: „Was hälst du von der Schweinegrippe-Impfung? Ist das eine Marketing-Masche der Pharmabranche oder eine Bedrohung für die Menschheit?“ Die Stellungnahme auf eine solche Frage hin sollte zwischen 1 und 2 Minuten dauern.
  • Auch die Stegreifreden werden bewertet. In diesem Falle gibt es aber einen Bewerter, der alle Kurzreden bewertet. Er gibt zu jedem Teilnehmer der Stegreifreden-Runde eine kurze Rückmeldung von 1-1,5 Minuten Dauer.
  • In der Regel nehmen diese zwei großen Teile des Workshops 1-1,5 Stunden Zeit in Anspruch. Im Anschluss erfolgt jetzt noch eine Abendbewertung. Ein Zeitnehmer gibt Rückmeldung, wie die Redner sich an die jeweiligen Zeitvorgaben gehalten haben. Der Füllwortzähler gibt allen Rückmeldung, wie viele „ähms“ und sonstige unnötige/störende Laute von den Teilnehmern vernommen wurden. Zum Abschluss gibt es dann noch eine Gesamtbewertung des Abends, wobei oftmals ein „Blitzlicht“ durchgeführt wird und alle Teilnehmer eine Rückmeldung von 1-2 Sätzen geben, was ihnen gefallen hat und was sie verbesserungswürdig halten.

Mehr Informationen gibt es auch unter www.rhetorik-club-wiesbaden.de.

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Wie sind die Mitglieder eines Rhetorikclubs?

Die wichtigste Frage, die sich wohl jeder von uns stellt, wenn er/sie zu einem Treffen eines bisher nicht bekannten Vereins oder einer Organisation geht, ist die nach den dort vertretenen Personen. Anbei möchte ich einen subjektiven Eindruck davon wiedergeben, wie man sich die Mitglieder eines Rhetorikclubs vorstellen kann:

  • Das Alter ist sehr unterschiedlich und liegt grob gesagt zwischen 20 und 70 Jahren (ohne ältere oder jüngere Toastmaster ausschließen zu wollen), das Mindestalter liegt aber bei 18 Jahren.
  • Sie sind sehr an der persönlichen Entwicklung interessiert. Oft, aber nicht zwingend, haben sie sich schon viel mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt.
  • Sie sind zumeist beruflich erfolgreich. Ein großer Teil der Mitglieder ist in führender Funktion tätig oder selbstständig. Das schließt aber nicht aus, das viele von ihnen sehr spannende Lebensläufe haben. Sie sind im Besonderen keine Karrieristen.
  • Sie sind sehr aufgeschlossen und vielseitig interessiert. Das macht auch die Reden besonders spannend und abwechslungsreich.

Am Besten sollte sich jeder aber selbst einen Eindruck bei einem Treffen eines Clubs vor Ort machen.

I hate Public Speaking – Lied über Lampenfieber

Dieses Lied beschreibt die Gefühlszustände, die so mancher Redner vor einer Präsentation durchlebt:

Dagegen hilft am besten: Viel Übung!

Weitere Informationen:

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