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Wissensaustausch und Weiterentwicklung im Team zielgerichtet gestalten – die Skill Matrix

In vielen Teams, die ich im letzten Jahrzehnt kennengelernt habe, sind Wissensinseln ein großes Thema gewesen. Zugleich stellte sich für alle Teammitglieder individuell immer wieder die Frage, in welchem Bereich sie sich persönlich weiterbilden sollten.

Ein Ansatz, der für diese beiden Aspekte Startpunkt für einen Austausch innerhalb von Entwicklungsteams sein kann, ist die sogenannte Skill-Matrix. Es handelt sich dabei um ein Hilfsmittel, mit dem gemeinsam…

  • … die aktuellen Skill-Anforderungen, die sich dem Team in den nächsten Monaten stellen
  • … der status quo der Ausprägung dieser geforderten Skills im Team
  • … die gewünschten Weiterentwicklungsbereiche

erarbeitet und visualisiert werden können.

Erstellung und Nutzung einer Skill-Matrix

Der Ablauf zur Erstellung und Nutzung einer Agile Skill Matrix stellt sich wie folgt dar:

  1. Sammlung der erforderlichen Skills für das Team in den nächsten 3-4 Monaten.
  2. Ermittlung des Status quo des Skill-Levels der einzelnen Teammember.
  3. Festlegung von Lernzielen und von Maßnahmen.
  4. Regelmäßiges Review der Fortschritte gemäß der Lernziele (z.B. alle 6-8 Wochen).

Die folgende Vorlage verdeutlicht sehr schnell, wie eine solche Matrix ausschauen kann.

Eine solche Matrix kann mit einem Team innerhalb von 1,5-2 Stunden initial erarbeitet werden, wobei sie sich über die Zeit hinweg verändern und weiterentwickeln sollte. Es sind unter anderem Antworten darauf zu finden, welche Skills für das Team in der nächsten Zeit relevant sein werden, welche Granularität und Differenzierung für ein Skill sinnvoll sind (wählt das Team eine Programmiersprache als Skill, ein Framework, eine bestimmte Library?). Auf alle diese Fragen muss das Team letztlich, unterstützt von einem Facilitator, selbst eine Antwort finden.

Die Skill-Level

Die Erhebung der Skill-Level lässt sich unterschiedlich granular gestalten. Gebräuchlich ist eine Unterteilung in Kuchenstücke mit 5 Leveln:

  1. Keine Skills (leerer Kreis/Kuchen)
  2. Grundwissen
  3. Ausführung grunlegender Aufgaben
  4. Ausführung aller zugehöriger Aufgaben
  5. Unterrichten in allen Aufgaben (voller Kreis/Kuchen)

Wie genau die Abgrenzung zwischen den einzelnen Leveln zu verstehen ist, dürfte auch für einige Gespräche im Team sorgen. Solange diese Gespräche in einer konstruktiven, zielgerichteten Art ablaufen, kann dies ein sehr wertvoller Austausch sein. Es lassen sich sonst auch granularere Unterteilungen gemeinsam festlegen.

Und was machen wir jetzt damit?

Wenn der aktuelle Stand der Skills im Team einmal dokumentiert ist, sind bereits zwei wichtige Dinge erarbeitet worden. Das Team hat mehr Klarheit gewonnen, was für Skills derzeit gefordert werden, und wie es in der aktuellen Konstellation mit diesen Skills „ausgestattet“ ist.

Diese Basis kann nun für ein Gespräch darüber genutzt werden, wie die Skill-Verteilung wahrgenommen wird. Gibt es wichtige Skills, die sehr ungleich verteilt sind? Gibt es Skills, die bereits sehr ausgeprägt sind, für die vorerst kein weiterer Weiterbildungsbedarf besteht? Aus der Betrachtung sollten sich zahlreiche interessante Beobachtungen machen lassen.

Darauf aufbauend kann gemeinsam besprochen werden, wie die Lernziele für die nächste Zeit ausschauen. Wer möchte in welchen Skills bis zu welchem Zeitpunkt einen Level besser werden? Welche Maßnahmen sollten dazu durchgeführt werden? Diese Maßnahmen sollten gemeinsam festgehalten werden. Hierfür kann etwa ein kleines Kanban-Board dienen, das vom Team gemeinsam gepflegt wird.

Visualisierung und Reviews für dauerhafte Etablierung

Eine Aufhängung der Skill-Matrix sowie des Kanban-Boards mit den Maßnahmen im Teamraum kann dafür sorgen, dass das gemeinsame Vorhaben allen Beteiligten präsent bleibt. Weiterhin sollte regelmäßig (etwa alle 6-8 Wochen) noch einmal geprüft werden, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, welche Maßnahmen noch offen sind, sowie, ob die Matrix an sich noch den sich möglicherweise wandelnden Anforderungen entspricht.

Einen herzlichen Dank an das Team von Mayflower, über das ich von der Team-Matrix erfahren habe.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit einer Skill-Matrix gesammelt?

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Die Rhetorik von Apple-Chef Steve Jobs

Apple-Chef Steve Job gilt als einer der besten Redner der heutigen Zeit. Über seine extensive Nutzung von Adjektiven bei seiner kürzlichen Vorstellung des iPads wurde jetzt ein Video zusammengestellt. Auch andere Apple-Mitarbeiter kommen zu Wort und machen es dem Chef nach:

Via: [mashable; alltagsforschung]

Der Ablauf eines Rhetorik-Workshops

Matt fragte in einem Kommentar danach, wie eine Toastmasters-Veranstaltung abläuft. Die Rhetorik-Workshops nach den Regularien von Toastmasters International haben einen fest vorgegebenen Ablauf:

  • Zunächst erfolgt eine Begrüßung durch den sogenannten „Tostmaster des Abends“. Er leitet den Workshop und führt durch das Programm.
  • Danach startet der erste große Programmteil. Es werden 2-4 vorbereitete Reden von Mitgliedern gehalten. Die Länge der Reden liegt in der Regel zwischen 5 und 7 Minuten. Dabei liegt den Redeprojekten der Mitglieder stets eine Aufgabe zu Grunde, die sich aus einem Handbuch von Toastmasters International ergeben. Eine solche Aufgabe kann es z.B. sein, besonders auf die stimmliche Vielfalt oder die Körpersprache zu achten.
  • Im Anschluss an die Reden erfolgt die Bewertung. Für jede Rede wird vor dem Treffen ein Bewerter festgelegt, der aus dem Kreis der Mitglieder kommt, und konstruktives Feedback gibt.
  • Der zweite Teil des Rhetorik-Workshops besteht dann aus den Stegreifreden. Hier gibt der Stegreifredenmeister, eines der Mitglieder, verschiedene Reden vor. Pro Redethema wählt er dann mehr oder weniger zufällig einen der Teilnehmer aus, der dann Stellung dazu nimmt. Eine solche Fragestellung könnte z.B. derzeit lauten: „Was hälst du von der Schweinegrippe-Impfung? Ist das eine Marketing-Masche der Pharmabranche oder eine Bedrohung für die Menschheit?“ Die Stellungnahme auf eine solche Frage hin sollte zwischen 1 und 2 Minuten dauern.
  • Auch die Stegreifreden werden bewertet. In diesem Falle gibt es aber einen Bewerter, der alle Kurzreden bewertet. Er gibt zu jedem Teilnehmer der Stegreifreden-Runde eine kurze Rückmeldung von 1-1,5 Minuten Dauer.
  • In der Regel nehmen diese zwei großen Teile des Workshops 1-1,5 Stunden Zeit in Anspruch. Im Anschluss erfolgt jetzt noch eine Abendbewertung. Ein Zeitnehmer gibt Rückmeldung, wie die Redner sich an die jeweiligen Zeitvorgaben gehalten haben. Der Füllwortzähler gibt allen Rückmeldung, wie viele „ähms“ und sonstige unnötige/störende Laute von den Teilnehmern vernommen wurden. Zum Abschluss gibt es dann noch eine Gesamtbewertung des Abends, wobei oftmals ein „Blitzlicht“ durchgeführt wird und alle Teilnehmer eine Rückmeldung von 1-2 Sätzen geben, was ihnen gefallen hat und was sie verbesserungswürdig halten.

Mehr Informationen gibt es auch unter www.rhetorik-club-wiesbaden.de.

Wie sind die Mitglieder eines Rhetorikclubs?

Die wichtigste Frage, die sich wohl jeder von uns stellt, wenn er/sie zu einem Treffen eines bisher nicht bekannten Vereins oder einer Organisation geht, ist die nach den dort vertretenen Personen. Anbei möchte ich einen subjektiven Eindruck davon wiedergeben, wie man sich die Mitglieder eines Rhetorikclubs vorstellen kann:

  • Das Alter ist sehr unterschiedlich und liegt grob gesagt zwischen 20 und 70 Jahren (ohne ältere oder jüngere Toastmaster ausschließen zu wollen), das Mindestalter liegt aber bei 18 Jahren.
  • Sie sind sehr an der persönlichen Entwicklung interessiert. Oft, aber nicht zwingend, haben sie sich schon viel mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt.
  • Sie sind zumeist beruflich erfolgreich. Ein großer Teil der Mitglieder ist in führender Funktion tätig oder selbstständig. Das schließt aber nicht aus, das viele von ihnen sehr spannende Lebensläufe haben. Sie sind im Besonderen keine Karrieristen.
  • Sie sind sehr aufgeschlossen und vielseitig interessiert. Das macht auch die Reden besonders spannend und abwechslungsreich.

Am Besten sollte sich jeder aber selbst einen Eindruck bei einem Treffen eines Clubs vor Ort machen.

Was Rhetoriker von Steve Ballmer lernen können

… wie man aus sich heraus geht:

… wie man damit umgeht, wenn man mit Eiern beschmissen wird:

… wie man Leute dazu bewegt, ein Musik-Video über einen zu erstellen und bei YouTube hochzuladen:

Wer übrigens glaubt, dass Steve Ballmer früher nicht auch schon so drauf war, sollte sich dieses Video in jedem Fall einmal anschauen:

Und wer noch nicht genug hatte, sollte sich dieses „Best of“-Video noch einmal anschauen:

Best of Edmund Stoiber

Bei ihm hätte jeder Füllwortzähler seine Freude: Edmund Stoiber, der Meister der ähms. Dieses Video zeigt Ausschnitte seiner schönsten Reden. Sehr amüsant.

I hate Public Speaking – Lied über Lampenfieber

Dieses Lied beschreibt die Gefühlszustände, die so mancher Redner vor einer Präsentation durchlebt:

Dagegen hilft am besten: Viel Übung!

Weitere Informationen:

Schlagfertigkeit – Best Practice von Hans-Dietrich Genscher

Ein schönes und amüsantes Beispiel für die Schlagfertigkeit von Hans-Dietrich Genscher:

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