So gelingt die Kontaktaufnahme mit (Tech-)Bloggern und Redakteuren

presse_bildFür die Bekanntmachung eines Produktes kann es sehr wertvoll sein, in den großen (Online-)Medien erwähnt zu werden. Im Rahmen der LeanConf in Manchester hat Martin Bryant, Chefredaktur vom bekannten Tech-Blog The Next Web, darüber gesprochen, wie man sich optimalerweise bei einer Kontaktaufnahme mit der Presse verhalten sollte, um wirklich die gewünschte Promotion zu erhalten.

Vorbereitungen, die getroffen werden sollten

Startups sollten nicht einfach drauf los legen und direkt Journalisten oder Blogger kontaktieren, sondern vorab ein paar Vorbereitungen getroffen haben:

  • Besteht bereits eine erste Version des Produkts? Eine reine Idee wird in der Regel keine Aufmerksamkeit finden.
  • Infografiken und Crowdfunding-Projekte bekommt die Redaktion von The Next Web tagtäglich gepitched, so dass das nicht mehr reicht, um einen Blogpost zu erhalten. Als Infografiken und Crowdfunding noch etwas ganz Neues waren, wurde es hingegen sehr gerne in Anspruch genommen. Infofern: Die Augen offen halten, was es für neue, spannende Trends gibt, und diese für sich nutzen.
  • Gibt es einen Anker für die Pressemitteilung und die Kontaktaufnahme? Üblicherweise wäre das ein Produkt-Launch, ein bedeutendes neues Feature, ein bedeutender Meilenstein (die Betonung liegt auf bedeutend!) oder auch eine persönliche, spannende Nachricht oder Personalie aus dem Unternehmen. Es kann auch sinnvoll sein, „Packages“ zu bilden und mehrere Anker für eine Meldung zu nutzen. Ein Beispiel dazu: Einen bedeutenden User-Zuwachs kombinieren mit einem wichtigen neuen Feature-Release in einer Meldung zusammenfassen.

Den richtigen Ansprechpartner finden

Die meisten Blogger und Redakteure haben einen bestimmten Branchen- oder Themen-Fokus. Es sollte darauf geachten werden, dass der richtige Kontakt gewählt wurde. Dafür kann man sich z.B. anschauen, was diese Person zuletzt so veröffentlicht hat.

Typische schlechte Pitches

Diese schlechten Pitches hat Martin schon häufiger erlebt:

  • „Wir möchten Dir die Möglichkeit geben, mit unserem CEO zu sprechen“ – Die Gründer wollen in der Regel selbst den Kontakt zur Presse haben. Es so darzustellen, als ob der Redakteur froh sein soll, mit dem CEO sprechen zu dürfen, ist keine gute Idee.
  • Pitches ohne Links und gute weiterführende Informationen werden meist nicht weiter verfolgt.
  • Sehr formale Pressemeldung, die sich schlecht übertragen lässt.
  • Unverständliche Meldungen, ggf. mit vielen Fremdwörtern und lächerlichen Namen.
  • Zu persönlich in der Ansprache werden, wenn man den Blogger/Redakteur noch gar nicht persönlich kennt.

Am besten also vermeiden, in eines dieser schlechten Muster zu verfallen.

Tipps für einen guten Presse-Pitch

Martin hat auch ein paar Tipps gegeben, was einen guten Pitch bzw. eine gute Kontaktaufnahme ausmacht.

  • Kurz und auf den Punkt halten.
  • Den Redakteur/Blogger nicht penetrieren oder belästigen.
  • Zurückhaltend mit Embargos oder „exklusiven Meldungen“ sein.
  • Beziehungen zu den Redakteuren aufbauen, persönliche Gespräche bei Events und anderen Anlässen suchen.
  • Einen guten Pressebereich auf der Website vorhalten, auf dem sich u.a. das Logo in verschiedenen Auflösungen, die bisherigen Pressereleases, Grund-Informationen über das Unternehmen finden.

Ich hoffe, diese Tipps helfen Euch. Natürlich freuen auch wir bei Rhein-Main-Startups uns, wenn Ihr diese Tipps befolgt.

Foto: barockschloss

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TIPPS UND TRICKS ZUM PRODUKTMANAGEMENT VON INTERNETANWENDUNGEN
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VERANSTALTUNGSHINWEIS: Tools4AgileTeams Konferenz in Wiesbaden

Aus Fehlern eine Chance machen

Problems are OpportunitiesEin aktueller Vorfall bei UserVoice zeigt sehr schön, wie sich aus Fehlern eine Chance machen lässt. UserVoice ist eine Webanwendung, die es ermöglicht, gemeinsam mit den Nutzern Feature-Wünsche und Fehlermeldungen zusammen zu tragen, zu diskutieren und bewerten zu lassen. Es hilft entsprechend, die Bedürfnisse der Kunden und Anwender besser zu verstehen und passgenauere Lösungen zu entwickeln.

Ungewollt wurde den kostenfreien Nutzern eine Funktion freigeschaltet, die eigentlich nur für kostenpflichtige Nutzer vorgesehen ist: sie konnten mehrere Administratoren gleichzeitig hinterlegen.

Die Ankündigung der Behebung dieses Fehlers erfolgt durch den UserVoice Community Manager Evan Hamilton auf diese Weise:

„Hey there,

The other day we discovered that we screwed up, and you benefited from it. You basically got the „Bank Error in Your Favor“ card from the Monopoly board game. 🙂

Free UserVoice accounts are only supposed to be allowed to have a single Admin…to add additional Admins, you must upgrade your account. Due to a bug, this wasn’t the case: you, and a number of other accounts, were able to add as many Admins to your Free plan as you wanted. Oh dear.

Obviously, we need to rectify this; we can’t make any money unless we have limits on our accounts. However, this was our error and we do feel badly about that. Here’s what we’re going to do:

We’ll give you a little over 60 days (what with holiday schedules and all) to upgrade your account before we reactivate the restrictions. For more info on our plans, see http://uservoice.com/plans. To change your plan, follow these steps: https://feedback.uservoice.com/knowledgebase/articles/40223. That means you have until about February 13th to make any adjustments.
We’re going to give you 50% off any UserVoice plan for a year, since this was our issue. Just use this code: freebug (How to redeem: https://feedback.uservoice.com/knowledgebase/articles/40216)
I’m extremely sorry you had to be inconvenienced by this (Though I’m glad you were undercharged, not overcharged!) and I’d be happy to answer any questions you might have. Thanks for your understanding!

-Evan Hamilton
Community Manager, UserVoice“

Diese Dinge macht Evan in diesem Fall meines Erachtens besonders gut, um aus dem Fehler eine Chance für eine höhere Kundenbindung und mehr Umsatz zu ziehen:

  • Der offene Umgang mit dem Fehler führt zu einer großen Sympathie und schafft Vertrauen.
  • Es ist ein Anlass für UserVoice, mal wieder alle kostenfreien Nutzer zu kontaktieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das kurzzeitig zu einer deutlichen Zunahme der Aktivität der Nutzer führt.
  • Die kostenfreien Nutzer erhalten den Vorteil für weitere 60 Tage, so dass auch andere kostenfreien Nutzer den ungeplanten Vorteil temporär nutzen und somit ein Premium-Feature ausprobieren können.
  • Evan leitet direkt in einen Verkaufsprozess über. Durch das besondere Angebot eines 50%-Discounts wird es besonders interessant, ein Upgrade durchzuführen.

Foto: von Donna Grayson
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Produktmanagement Lesetipps: Tipps für Startup-CEOs, Lean Startups, Getting Nix Done, Agile Softwareentwicklung, Facebook größer als Google

Eine ganze Reihe von interessanten, lesenswerten Artikeln und Blogbeiträgen ist in der letzten Zeit erschienen. Eine Auswahl für Internet-Produktmanager:

13 Dinge, die jeder Startup-CEO jede Woche tun sollte
Welche Dinge sollte ein Startup-CEO in jedem Fall regelmäßig machen? Jason Goldberg, ehemals Chief Product Officer bei Xing und mehrfacher Startup-Gründer, hat 13 relevante Dinge zusammengestellt.

9 Women can’t make a baby in a month
Dieser Post ist schon vor einigen Monaten bei TechCrunch erschienen, ist aber durch die Monster-Investments bei AirBNB und Wimdu so aktuell wie nie: 9 Women can’t make a baby in a month. Es ist ein Aufruf, den lean startup-Gedanken zu leben. Mit einem minimalen Produkt starten und es mit Hilfe von Feedback der User weiter auszubauen und zu optimieren. Zu hohe Finanzierungsrunden können sich schädlich auf das Unternehmen auswirken, es wird einfach nur noch drauf los entwickelt und Verschwendung erhält Einzug. Ein gutes Produkt braucht Zeit zu reifen. 9 Frauen können ein Baby nicht in einem Monat bekommen.

Getting nix done
Ein unterhaltsamer und interessanter Artikel von Michael van Laar über die (Nicht-)Anwendung von Getting Things Done-Prinzipien in der eigenen Freizeit. Seine Gedanken und seinen Lösungsansatz teilt er freundlicherweise mit uns.

Agile Softwareentwicklung erfordert viel Disziplin
Agile Softwareentwicklung scheint bei einigen Managern den Ruf zu haben, ein unstrukturiertes Vorgehen zu sein, dass auf mangelnde Disziplin zurückzuführen ist. Bei genauerer Betrachtung lässt sich jedoch feststellen: Agile Softwareentwicklung erfordert viel Disziplin! Nur so kann ein agiles Team erfolgreich sein.

Facebook wird genauso gross wie Google
Ein gutes Interview von Lars Hinrichs mit NZZ Online. Der relevanteste Part:
„Wenn man im Internet selber nicht für etwas bezahlt, ist man meist selbst das Produkt für andere – dies vor allem über Werbung, sei dies in direkter oder indirekter Form. Facebook und Google haben beide ungefähr ähnlich viele Nutzer und Seitenzugriffe. Der grosse Unterschied ist aber, dass Facebook deutlich mehr Monetarisierungsmöglichkeiten hat als Google.“

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Blogs und Online-Magazine zum Thema Internet-Marketing

Nach den interessantesten Blogs und Online-Magazinen zum Thema Internet-Marketing hat Nico Zorn, u.a. Betreiber des Email Marketing Blog, in der XING-Gruppe „Internet Marketing“ gesucht.

Einige der dort vorgeschlagenen Blogs und Magazine möchte ich ergänzt um ein paar persönliche Favoriten von mir hier kurz vorstellen:

  • Adzine (deutsch): Ein Magazin für Online-Marketing mit Fachartikeln, Inside-Artikeln und News
  • ClickZ (englisch): Aktuelle Marketing-News und Praxisempfehlungen.
  • GetElastic (englisch): Ein Blog mit Schwerpunkt E-Commerce, das auch die Online-Marketing-Aspekte berücksichtigt.
  • Google Inside AdWords (deutsch): Das offizielle Blog von Google Adwords. Pflichtlektüre für alle, die sich intensiver mit Suchmaschinenmarketing beschäftigen.
  • Google Webmaster-Zentrale (deutsch): Offizielle Informationen zum Crawling und zur Indexierung von Webseiten in den Google-Index.
  • iBusiness (deutsch): Marketing, E-Commerce und Social Media ist nur ein Auszug von den Themen, die auf diesem Portal umfangreich behandelt werden. Neben Fachbeiträgen sind dort auch Veranstaltungen und Whitepaper zu diesen Themen zu finden.
  • MarketingSherpa (englisch): Eine Fundgrube für Case-Studies, How-to-Anleitungen und Artikel.
  • Search Engine Land (englisch): Blog zu Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Social Media Marketing. Auch eine Reihe von How-to-Anleitungen steht zur Verfügung. Ein größeres Archiv von Artikeln ist darüber hinaus für Abonnenten einsehbar.
  • Search Engine Watch (englisch): Ein weiteres Portal mit den Themen Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing, Newslettermarketing und Social Media Marketing, das neben vielen Fachartikeln auch einen umfangreichen Pool an Whitepapern zur Verfügung stellt.
  • SEOMoz Blog (englisch): „The Daily SEO Blog“. Der Name ist Programm. Tägliche Meldungen rund um Suchmaschinenoptimierung.
  • Social Media Examiner (englisch): Auf der Suche nach einem Guide für Social Media Marketing? Aktuelle Meldungen, Best-Practices, Tools,… .
  • t3n (deutsch): Dieses Magazin gibt es nicht nur online, sondern auch in einer Print-Variante. Es behandelt alle Aspekte des Web-Businesses, darunter auch Marketing-Themen.

Welche Blogs und Online-Magazine empfehlt ihr zum Thema Internet-Marketing?

Diskussion im XING-Forum

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Wie finde ich einen Namen für ein Produkt oder ein Unternehmen?

No Name | Namensfindung Die Namensfindung für ein Produkt oder ein Unternehmen ist eine äußerst spannende Angelegenheit. Es erinnert ein bisschen an das Gefühl, wenn man sich auf der Suche nach einem Auto oder einer Wohnung befindet. Es gibt ein paar Vorstellungen, die man bereits mitbringt, es gibt aber noch eine große Vielzahl von Möglichkeiten. Erst während dem Prozess des Suchens stellt sich wirklich heraus, was man möchte und was nicht.
Ein Jungunternehmer, der gerade am Anfang eines Startups steht, fragte uns, ob wir von TwentyFeet, der Social Media Monitoring- & Ego-Tracking-Software, ein paar Tipps für die Namensfindung geben könnten.

Gerne gebe ich einen Einblick in die Schritte, die wir gegangen sind, bis wir zum Namen TwentyFeet sowie unserem Giraffen-Logo gekommen sind (siehe dazu auch der Artikel TwentyFeet: Wieso hat eine analytische Software eine Giraffe als Logo? im Blog von //SEIBERT/MEDIA und die „Über uns“-Seite von TwentyFeet).

Namensfindung braucht Zeit

Es war ein Prozess, der sich über sehr viele Wochen gezogen hat. Diese Zeit zu investieren hat sich rückblickend auf jeden Fall gelohnt. Belohnt wurden wir für die investierte Zeit nicht nur durch einen Namen, mit dem wir wirklich zufrieden sind, sondern auch mit einem wesentlich klarerem Bild davon, wer oder was wir sein möchten.

Positionierung klären (oder: Wer sind wir eigentlich?)

Ausgangspunkt der Namenssuche war ein umfangreicher Fragebogen von unserem Design-Team. Dieser half uns dabei, uns über die folgenden Aspekte klarer zu werden:

  • Wie lässt sich der Nutzen des Produkts in wenigen Sätzen vermitteln?
  • Wer sind die Mitarbeiter? Sind sie eher jung oder alt, männlich oder weiblich, introvertiert oder extrovertiert, innovativ oder konservativ, …
  • Welche Stellen gibt es im Unternehmen? Wie sind die Mitarbeiter qualifiziert?
  • Welche Prozesse und Geschäftsabläufe prägen unseren Geschäftsalltag?
  • Wie erfolgt die Neukundengewinnung?
  • Wer sind die Hauptzielgruppen des Produkts/des Unternehmens?
  • Welchen Mangel verspüren die potenziellen Kunden?
  • Wie ist die Nutzenerwartung der potenziellen Kunden?
  • Wer sind die Wettbewerber und wie positionieren sich diese?

Wie sich zeigt, spielt eine Menge verschiedener Faktoren mit in die Namensfindung hinein. Die Liste ist nur ein Auszug der Dinge, die in zahlreichen Treffen intensiv diskutiert wurden.

Was wäre, wenn…

Innerhalb dieser Treffen haben wir auch verschiedene Sichtweisen auf das Produkt eingenommen. Zunächst einmal hatten wir Namen im Fokus, die sehr stark an Worte wie „Reporting“, „Data“ und ähnliches angelehnt waren. Es kamen dabei Konstrukte heraus, die zwar erahnen ließen, was wir machten, sich aber nicht wirklich gut anfühlten.

Letztlich brachte uns dann jedoch eine ganz andere Fragestellung in einem Brainstorming zum Ziel:

„Was wäre das Unternehmen bzw. das Produkt, wenn es ein Tier wäre?“

Wir sind relativ schnell darauf gekommen, dass es eine Giraffe sein würde. Es ist ein Tier, das einen Überblick über die Savanne genießt, wie wir ihn unseren Anwendern über die verschiedenen Web- und Social Media-Präsenzen bieten würden. Sie passt zudem hervorragend zu unseren Kernwerten, da wir uns als „übersichtlich, einfach und sympathisch“ bezeichnen würden.
Nach diesem Brainstorming grenzte sich die Namenssuche sehr schnell auf solche ein, die mit Giraffen zu tun hatten. In einer weiteren Session generierten wir eine ganze Reihe von verschiedenen Vorschlägen. Während dieser Zeit interessierten wir uns über die Maße für alles, was mit Giraffen zu tun hatte. In einem Wikipedia-Artikel stießen wir dann auf die folgende Passage:

the tallest male recorded stood almost 6 meters tall (20 ft).

Es hat uns ziemlich erwischt und die Abstimmung über den Namen war nur noch Formsache.

Sorgfältige Prüfung kann viel Ärger ersparen

Spätestens, wenn ein eigener Favorit für einen Namen gefunden wurde, folgt eine ganze Reihe von wichtigen Aufgaben, die sorgfältig ausgeführt werden sollten:

  • Ein breiterer Personenkreis sollte befragt werden, welche Assoziationen der Name bei ihnen hervorruft.
  • Es sollte intensiv im Internet gesucht werden, welche Treffer unter dem Namen zu finden sind.
  • Prüfen, ob die Internetadressen (möglichst mit den weltweit wichtigsten Top-Level-Domains) verfügbar sind.
  • Es ist zu klären, ob der Name (möglichst weltweit) geschützt werden kann.
  • Bestehen bereits Markenrechte (von Konkurrenten)?

Im Zweifel sollte lieber erst noch einmal unter einem Projektnamen weitergearbeitet werden, bis die Fragen ausreichend geklärt sind. Ein Verstoß, etwa gegen das Marken- und Namensrecht, könnte teuer werden. Auch spätere Namensänderungen erzeugen zusätzliche Kosten, die gerade Startups empfindlich treffen können.

Manche Unsicherheiten können aber durchaus in Kauf genommen werden. So war zu dem Zeitpunkt, wo wir uns für den Namen TwentyFeet entschieden hatten, die für uns sehr wichtige Domain twentyfeet.de gar nicht frei. Sie wurde jedoch nicht produktiv verwendet, so dass wir davon ausgehen konnten, sie käuflich erwerben zu können. Glücklicherweise stellte es sich später auch so ein, wie wir es kalkuliert hatten.

Rückblickend war es eine spannende Zeit, in der wir sehr viel gelernt haben und Ergebnisse produziert haben, an denen wir heute noch Freude haben.

Welche Tipps habt ihr für die Namensfindung?

Weiterführende Informationen:

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Foto: Von Giant Ginkgo

Die wichtigsten Kennzahlen für Software-CEOs

Statistiken

Auf welche „Key Performance Indicators“ sollten sich Softwareunternehmen fokussieren? Clate Mask, CEO von Infusionsoft, gibt bei VentureBeat Einblick in die seiner Meinung nach wichtigsten Kennzahlen für Software-CEOs. Dies sind: Die Kosten pro Neukunde, der Umsatz pro Mitarbeiter, die Kundenloyalität, der Customer Lifetime Value und die Nutzung der Software. Was verbirgt sich hinter diesen Kennzahlen, wie lassen sie sich messen und für das Unternehmen nutzen?

Kosten pro Neukunde (Cost per acquisition)

Wie viele Euros muss das Unternehmen ausgeben, um einen neuen Kunden zu gewinnen? Die Kosten pro Neukunde lassen sich ermitteln, indem die Summe aller Vertriebs- und Marketingkosten durch die Anzahl der gewonnenen Kunden geteilt wird. Je nachdem, wie lange der Kaufzyklus dauert, können die Kosten eines Vormonats durch die aktuell gewonnene Kundenzahl geteilt werden (Mask: „If your sales cycle is 6 months, then use the sales and marketing expense from six months ago as the numerator and use this month’s unit sales as the denominator.“).
Es sollte eine Variante gewählt werden, die dann auch dauerhaft eingesetzt wird. Nur so können die Zahlen über die Zeit hinweg auch tatsächlich verglichen werden.

Weiterführende Informationen:

Umsatz pro Mitarbeiter (Revenue per employee)

Mask schlägt vor, den Umsatz pro Mitarbeiter auf einer monatlichen Basis zu ermitteln (Monatsumsatz geteilt durch die Anzahl der Vollzeit-Mitarbeiter) und dann mit 12 zu multiplizieren. So ergibt sich ein auf monatlicher Basis ermittelter Jahresumsatz pro Mitarbeiter.
Diese Kennzahl kann sehr hilfreich dabei sein, fundierte Personalentscheidungen zu treffen. Sie ist auch ein guter Indikator für die Effizienz des Unternehmens. Da gerade bei Softwareentwicklungsunternehmen die Personalkosten häufig einen Großteil der Gesamtkosten ausmachen, kommt auch der Spielraum für Mitarbeitergehälter in dieser Zahl zum Ausdruck. Weiterhin bietet sie sich für Branchenvergleiche und Konkurrenzvergleiche (sofern diese Werte herausgefunden werden können) an.

Weiterführende Informationen:

Kundenloyalität (Customer loyalty)

Die Kundenloyalität bezeichnet die innere Verbundenheit und Treue des Kunden gegenüber des Unternehmens. Es gibt verschiedene Varianten sie zu ermitteln.

Eine beliebter Indikator für die Kundenloyalität ist die Messung der Empfehlungsbereitschaft der Kunden mit Hilfe des Net Promoter Score. Anne M. Schüller erklärt: „Die dabei verwendete Frage lautet: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie Unternehmen X an einen Freund oder Kollegen weiterempfehlen werden?“ Die Antwort wird auf einer Skala von 0 bis 10 abgetragen. Als Promotoren gelten nur die Kunden, die ihre Empfehlungsbereitschaft mit 9 oder 10 einstufen. Von den Promotoren werden die Kritiker (zwischen 0 und 6) abgezogen.“
Heraus kommt ein Wert, der zwischen -100% (alle Kunden sind Kritiker) und +100% (alle Kunden sind Promoren) liegen kann.

Weiterführende Informationen:

Customer Lifetime Value

In der einfachsten Form lässt sich der Customer Lifetime Value ermitteln, indem der durchschnittliche Deckungsbeitrag pro Kunde durch die Kunden-Abwanderungsrate geteilt wird. Dies berücksichtigt jedoch noch nicht, dass zukünftige Zahlungen weniger wert sind als eine heutige Geldeinnahme. Daher ist eine Diskontierung mit Hilfe der Kapitalwertmethode erforderlich.

Diese Kennzahl ist sehr bedeutsam, da sie sich aus zwei sehr kritischen Kennzahlen zusammensetzt: Dem durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Kunde und der Abwanderungsrate.

Positiv beeinflusst werden kann der Customer Lifetime Value entsprechend durch eine Erhöhung des durchschnittlichen Deckungsbeitrags pro Kunde und durch eine Senkung der Abwanderungsrate. Bereits geringfügige Änderungen in der Abwanderungsrate können für erhebliche Verbesserungen des Customer Lifetime Value sorgen.
Das Wissen über die Höhe des Customer Lifetime Value ist zudem sehr wichtig zur Steuerung von Vertriebsmaßnahmen (Dost: „Die konsequente Umsetzung des CLV-Managements erfordert eine Berücksichtigung des Kundenwertes schon bei der Neuakquisition von Kunden.“) und für Überlegungen bezüglich des Service-Levels für unterschiedliche Kundengruppen.

Weiterführende Informationen:

Nutzung (Usage)

Die Nutzung der eigenen Software sollte als eine der treibenden Kräfte ebenfalls gemessen werden. Wird die Software nicht genutzt, ist es wahrscheinlich, dass auf die Dauer keine Wiederkäufe getätigt werden.

Wie die Nutzung gemessen wird, sollte jedes Unternehmen für sich selbst festlegen. Mask geht bei seinem eigenen Unternehmen wie folgt vor: „We’ve found that our customers need to launch multiple marketing campaigns to become “addicted” to our software. Therefore, the critical usage metric for us is “percentage of new customers that have launched at least two campaigns within their first 60 days” or “60-day multiple-launch rate.”

Weiterführende Informationen:

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Danke für den Verweis auf den VentureBeat-Artikel an Gerrit Eicker.
Grafik: HikingArtist.com

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Schwerpunkt „User Experience“ am 5. Mai beim Medien-Meeting Mannheim

Eine Information für alle Produktmanager, die sich für Design, Interfaces und User Experience interessieren! Beim „Medien Meeting Mannheim“, einer Fachtagung am 5. Mai 2011, wird das Titelthema „User Experience“ lauten. Es wurden bereits Vorträge von Vertretern von Adobe, Microsoft und Ogilvy zugesagt, weitere Vorträge sind angefragt.

Das „Medien Meeting Mannheim“ wird dieses Jahr zum siebten Mal vom Abschlusssemester des Studiengangs Digitale Medien der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim ausgerichtet.

Weitere Informationen:
Website | Flyer

Produktmanagement Lesetipps: Definition of Ready, Geschäftsmodelle validieren, „Running Lean“ zum kostenlosen Download

Die Weihnachtstage liegen hinter uns und es geht mit großen Schritten auf das neue Jahr zu. Dennoch bleibt mein RSS-Reader mit zahlreichen interessanten Blogs zum Produktmanagement und zu agiler Softwareentwicklung auch in dieser Zeit nicht leer. Ein paar besonders interessante Posts möchte ich gerne mit euch teilen.

Roman Pichler muss gewusst haben, was uns derzeit umtreibt. Gerade, wo ich mit meinem Team über eine Definition of Ready gesprochen habe, also eine Festlegung, wann eine User Story und andere Aufgaben bereit für eine Umsetzung sind, veröffentlicht er einen Blogpost über The Definition of Ready. Vielen Dank dafür! 😉 Der Artikel wird in Kürze unseren Teamraum zieren.

Jason Cohen ist ein Großer. Vor einigen Jahren hat er SmartBear Software, ein Unternehmen, das Tools für die Softwareentwicklung und für Softwaretests entwickelt, aufgebaut und verkauft. In der Zwischenzeit hat er sich weiteren Projekten gewidmet und baut derzeit WPEngine auf. Zufällig kommt er auch noch aus einer meiner Lieblingsstädte in den USA, Austin. Jason schreibt ein hervorragendes Blog, dass jedem Produktmanager wärmstens zu empfehlen ist: A Smart Bear. Ein Teil seiner Blogposts wird zusätzlich bei Building43 veröffentlicht, ein Blog, das kein geringerer als Robert Scoble verantwortet. Vor kurzem ist wieder ein sehr wertvoller Artikel erschienen, in dem Jason empfiehlt, mindestens 10 Leute zu suchen, die die bestätigen, dass sie dein Produkt kaufen würden, bevor du mit dessen Umsetzung startest: Yes, but who said they’d actually BUY the damn thing?

Ebenfalls aus Austin kommt Ash Maurya. Er schreibt ein Blog über Lean Startups. Eine erste Version eines Buches, das er bald unter dem Namen „Running Lean“ veröffentlichen möchte, hat er jetzt für seine Leser kostenlos zum Download bereitstellt: Grab your copy of “Running Lean” (roughcut).

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