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Das Product Backlog Board

Diese Woche habe ich mit meinem Team einmal über das Product Backlog Board nach Empfehlung von Roman Pichler gesprochen. Das Product Backlog Board ist eine Visualisierung des Product Backlogs und der wichtigsten Constraints (= Nebenbedingungen/Auflagen) im Teamraum, so dass sich jederzeit jedes Teammitglied und auch die Stakeholder darüber informieren können.
Wir haben seit einiger Zeit eine Grundversion eines Backlog Boards im Büro gehabt, nach einer Schulung von Roman in München wurden mir jedoch noch einige Punkte deutlich, die ich mit dem Team abgestimmt habe.

Der Aufbau eines Backlog Boards

Den grundlegenden Aufbau eines Backlog Boards erklärt Roman in seinem Artikel „The Product Backlog Board„. Die folgende Darstellung zeigt ein reduziertes Product Backlog Board, an dem wir uns bei unserem Board orientiert haben:

product-backlog-board

Das Product Backlog Board

Die zentralen Bereiche des Product Backlog Boards sind die Story Area und die Constraint Area.

Die Story Area

In der Story Area wird der Product Backlog der aktuell in Arbeit befindlichen Version vorgehalten. Es handelt sich dabei nicht zwangsläufig um sauber ausformulierte Userstories, auch Fehlermeldungen können dort vorgehalten werden.
Von den Stories sind dort drei verschiedene Granularitäten vorzufinden: Stories, Epics und Themes.

Fein zerteilte Stories, die fertig für eine Umsetzung sind, befinden sich oben im „ready items“-Bereich. Die feine Zergliederung und Fertigstellung von Stories werden dabei auf diejenigen fokussiert, die im nächsten Sprint für eine Umsetzung vorgesehen werden.

Im unteren Teil der Story Area befinden sich Themes und Epics. Die Themes dienen der ganz groben Unterteilung des Backlogs nach Themenbereichen. Die Epics stellen eine grobe Formulierung von Features dar, die erst dann feiner formuliert und ausgearbeitet werden, wenn die Umsetzung nahe rückt.
Im Bereich der „ready items“ ist eine Priorisierung durch den Product Owner Pflicht, während im Bereich der Themes & Epics nach Roman eine Priorisierung nicht unbedingt erforderlich ist.

Die Constraint Area

In der Constraint Area werden die grundlegenden Anforderungen an das User Interface sowie operative Eigenschaften der Software festgehalten.
Das Produkt- und User Interface-Design kann in Form von Screens/Wireframes/Skribbles mit Anmerkungen zu den wichtigsten Vorgaben Vereinbarungen dargestellt werden.
Die operativen Eigenschaften können durch „Constraint Cards“ abgebildet werden, wobei pro Karte eine bestimmte operative Eigenschaft festgehalten wird. Das kann u.a. die Browser, für die optimiert werden soll, die Performance oder die Skalierbarkeit eines Softwareprodukts betreffen.
Die Constraints sollten mit der Definition of Done verknüpft werden, damit deren Einhaltung zum Bestandteil der Abnahme von jeder einzelnen Userstory wird. Das lässt sich gut am Beispiel der Browseroptimierung verdeutlichen. Wird diese in die Definition of Done aufgenommen, ist bei der Abnahme einer Story auch eine entsprechende Prüfung in den verschiedenen Browsern vorzunehmen. Ist die Erfüllung dieses Constraints nicht gegeben, gilt die Story somit nicht als „Done“.

[Anmerkung: Roman weist in seinem Beitrag über das Product Backlog Board noch eine „Model Area“ aus. Diese wurde im Rahmen der Schulung nicht behandelt und eignet sich auch für eine spätere Ergänzung.]

Regelmäßige Backlog-Pflege

Die regelmäßige Pflege des Product Backlogs und des Boards erfolgt in Form von Backlog Grooming Workshops oder Sessions. Das Team (inkl. Product Owner) nimmt dabei gemeinsam eine Aktualisierung des Backlogs vor, bespricht Stories, zerteilt sie, fügt neue hinzu und beschätzt sie. Für Teams mit 2-wöchigen Sprints schlägt Roman vor, wöchentlich 2 Stunden mit Backlog Grooming Workshops zu verbringen.
Wir hatten bisher weniger Zeit mit dem Grooming verbracht und haben die Workshops auch nicht zu einem festen Termin durchgeführt. Dies werden wir in Zukunft tun. Der Beitrag des Teams zur Erstellung und Pflege des Backlogs wird damit deutlich höher, wodurch auch sichergestellt wird, dass alle relevanten Aspekte einer Story besprochen werden.
In dem Workshop kann das Backlog Board auch direkt aktualisiert werden.

Mit diesem Setting werden wir in den nächsten Wochen erst einmal Erfahrungen sammeln. „Inspect and Adapt“. Die Reise mit Scrum bleibt spannend.

Weitere Artikel zur Product Backlog-Pflege:

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Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

3 Responses to Das Product Backlog Board

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