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Wie reagieren, wenn Scrum als unnötiger Overhead kritisiert wird?

Scrum = Gedränge Wenn für die Entwicklung einer Internetanwendung das Vorgehensmodell Scrum (zu deutsch: Gedränge) zum Einsatz kommt, sind damit im Entwicklungszyklus gewisse Teamaktivitäten verbunden. Gerade für Personen, die bisher keine Erfahrungen mit Scrum-Projekten gemacht haben, können die täglichen Stand-up-Meetings („daily scrum“) und die zum Start von jeder Iteration fälligen Sprint-Planungsmeetings, die zwischen einem halben Tag und einem Tag dauern, zunächst als ein Überfluss an face-to-face-Kommunikation wahrgenommen werden. Dies kann in der Praxis zu einer ernsthaften Kritik an diesem Vorgehensmodell heranwachsen, die den ganzen Projekterfolg gefährdet.

Mike Cohen, Gründungsmitglied der Scrum Alliance und Autor von Agile Estimating and Planning und User Stories Applied: For Agile Software Development, stellt im Blog der Scrum Alliance einige mögliche Gründe für eine solche Kritik dar.

Drei häufige Gründe, warum Scrum als Overhead kritisiert wird

  1. Es kann dahinter stecken, dass die Einführung von Scrum als Diktat „von oben“ wahrgenommen wird, dass aus Prinzip abgeblockt wird. Dies kann besonders dann vorkommen, wenn die Mitarbeiter nicht über die Gründe für die Einführung informiert wurden und das Gefühl haben, dass ihre Meinung dazu nicht gehört wurde. Letztlich wäre so jedes Vorgehensmodell auf eine scharfe Kritik gestoßen.
  2. Oftmals kommen Beschwerden von Teams auf, die bisher noch überhaupt keinen geregelten Entwicklungsprozess vollzogen haben. Deren vorherigen Leistungen waren häufig allerdings recht bescheiden und durch die unregelmäßige Auslieferung des Produkts in langen Zeitabständen ging es oftmals an den geänderten Bedürfnissen der Benutzer vorbei. Hier zeigt sich m.E. eine besondere Stärke von Scrum: Die Effektivität erhält durch die regelmäßigen Rücksprachen mit dem Product Owner einen besonders hohen Stellenwert. Das gesamte Team wird zeitnah über geänderte Anforderungen informiert und kann sich an diesen ausrichten.
  3. Häufig kommen die Vorwürfe auch wie eingangs dargestellt von Personen, die noch keine größeren Erfahrungen mit Scrum gemacht haben. Sie sehen zunächst die großen Aufwände, die mit den Meetings einhergehen, können aber noch nicht gleich die großen Vorteile, die sich daraus ergeben, abschätzen. Diese werden mit fortschreitendem Projektverlauf immer ersichtlicher.

In jedem der vorgenannten Fälle sollte der Scrummaster hellhörig werden und durch Aufzeigen der Vorteile dieses Vorgehensmodells entgegenwirken. Dabei sollte er auch selbstkritisch vorgehen und prüfen, ob die Art, wie Scrum derzeit im Projekt gelebt wird, verbesserungswürdig ist.

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Foto: Von darkmatter.

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Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

3 Responses to Wie reagieren, wenn Scrum als unnötiger Overhead kritisiert wird?

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