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Die Bedeutung von Kritik in der Teamarbeit

Ein Team sollte auch offen miteinander kommunizierenIn der heutigen Arbeitswelt wird immer stärker auf Teamarbeit gesetzt. Umso wichtiger wird es auch, sich zu fragen, was ein gutes, starkes Team ausmacht. Zu einem starken Team gehört mehr, als nur gut zusammen zu arbeiten. Die volle Kraft kann ein Team erst dann entfalten, wenn es synergetisch zusammenarbeitet. Dies bedeutet, dass die Leistung des Teams größer und besser wird als die Summe der Leistungen der einzelnen Teammitglieder.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Teammitglieder sich gegenseitig Feedback über ihre Arbeitsleistungen geben. Das sie voneinander lernen. Das sie aneinander wachsen. Die traditionelle Rollenverteilung, bei der jemand „von oben“ vorgibt, wie die Dinge zu laufen haben, und „die unten“ nur Anweisungen entgegen nehmen, muss dabei überwunden werden. Jedes Teammitglied kann in einem bestimmten Bereich, in dem es über besondere Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, anderen als Mentor fungieren und sie auf Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen.

Offene Kritik ist Pflicht

Das ist nicht nur ein Recht. Es ist geradezu eine Pflicht. Jedes einzelne Teammitglied kann dazu beitragen, dass die anderen Teammitglieder weiter wachsen. Das Mitspracherecht wird in starken Teams damit auch zu einer Mitsprachepflicht. Fallen einem Teammitglied Dinge auf, die nicht rund laufen, ist es seine Verantwortung, dies auch zu kommunizieren. Tut es dies nicht, verpasst es die Chance, die Teamleistung zu verbessern.

Wichtig ist dabei:

  1. die Ermöglichung von Kritik (situative Ermöglichung): Die Teammitglieder müssen das Gefühl haben, dass sie Fehler offen ansprechen dürfen. Wichtig ist dabei eine Kultur der Offenheit gegenüber Fehlern. Muss damit gerechnet werden, dass Fehler zu negativen Konsequenzen für den Mitarbeiter führen, der sie begangen hat, so wird die Ansprache von Fehlern schnell zu einem „in die Pfanne hauen“. Die Folge ist dann eine schlechte Stimmung im Team und Fehler werden nicht mehr absichtlich aufgedeckt.
  2. die Bereitschaft, Kritik zu äußern (persönliche Bereitschaft): Die einzelnen Teammitglieder müssen über die persönliche Bereitschaft verfügen, Fehler anzusprechen. Neben den herrschenden Normen und Regeln im Team muss also auch für jedes einzelne Teammitglied überzeugt sein, dass die offene Ansprache von Fehlern für alle das Beste ist.
  3. die Fähigkeit, Kritik zu äußern (soziale Kompetenz): Man kann Fehler so und so kommunizieren. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich ein und dieselbe Botschaft herüberkommen kann, wenn sie durch unterschiedliche Personen kommuniziert wird. Daher ist es bedeutsam, dass die Teammitglieder konstruktive Kritik äußern. Sie muss geäußert werden mit der Absicht, die Leistung des Teams als Ganzes zu verbessern. Sie lautet dann eher „Mein Tipp an dich …“ als „Du hast … falsch gemacht“. Auch ein wichtiger Punkt: Es sollte nie die Person, sondern nur das Arbeitsergebnis beurteilt und kritisiert werden!

Jeder, der in einem Team arbeitet oder sogar ein Team leitet, sollte sich regelmäßig die Frage stellen, wie dort mit Kritik umgegangen wird. Womöglich werden bedeutende Chancen der Weiterentwicklung nicht genutzt.

Was ist eure Erfahrung in der Teamarbeit? Wie wird bei euch mit Kritik umgegangen?

Bild: von Tom Leuntjens Photography

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Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

4 Responses to Die Bedeutung von Kritik in der Teamarbeit

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