Advertisements

Schneller lesen, besser verstehen

schneller lesen, besser verstehen

„Schneller lesen, besser verstehen.“ Das klingt zunächst einmal nach einem Widerspruch. Eigentlich würde eher das Gegenteil erwartet werden:

  • schnell lesen = wenig verstehen
  • langsam lesen = viel verstehen

Wolfgang Schmitz, ein Experte für effektives und effizientes Lesen, legt in seinem genau so benannten Buch gut dar, warum es sich durchaus nicht um einen Widerspruch handelt. Auf Basis der physischen Voraussetzungen von uns Menschen zeigt er, dass wir uns mit unserer in der Schule erlernten Lesetechnik geradezu unterfordern. Nur ein geringer Teil unserer Fähigkeiten wird mit der Wort-für-Wort-Lesetechnik beansprucht und das Ergebnis ist ernüchternd. Im Schnitt wird mit dieser fälschlicherweise als gründlicher eingeschätzten Lesetechnik gerade einmal ein Textverständnis von etwa 55 Prozent erzielt.

Als Hauptfehler unserer langsamen Schul-Lesetechnik gelten:

Subvokalisieren („der Vorleser im Kopf“)

Als Kinder lernen wir, den Text laut mitzulesen, um den Einstieg in das Lesen zu erleichtern. Diese Hilfestellung ist zu Beginn vorteilhaft, beschränkt uns aber stets auf die Geschwindigkeit, mit der wir Menschen sprechen können. Diese liegt bei etwa 180-200 Wörtern pro Minute und damit weit unter der möglichen Lesegeschwindigkeit. Zwar lesen die meisten von uns nicht mehr wirklich wie in der Schule laut vor, dennoch haben wir alle unseren kleinen Vorleser im Kopf. Den sollten wir zwar nicht ganz ausschalten, aber ein wörtliches Durchgehen des Textes (durch unseren „Vorleser“) ist für das Textverständnis nicht nötig.

Ein zu enger Blickfokus

Unsere Augen sind darauf ausgelegt, bei einer Entfernung von etwa 35-40 cm vom Buch einen Bereich von etwa 3-4 cm besonders scharf wahrzunehmen. Zusammenhängende Textbereiche wie „in der Stadt“ können daher mit einem Blick wahrgenommen werden, ohne dass die Wörter „in“, „der“ und „Stadt“ einzeln gelesen werden müssen. Anstatt die Zeilen von Wort zu Wort durchzugehen, kann eine Zeile je nach Breite des Buches meist mit 2-3 Fixationen wahrgenommen werden. Damit wird der Leseturbo richtig in Gang gesetzt.

Zurückspringen im Text

Während dem Lesen kommt es immer wieder vor, dass wir uns noch einmal vergewissern, dass wir die vorherige Zeile oder ein bestimmtes Wort auch wirklich korrekt erfasst haben. Das kostet Zeit und in den meisten Fällen stellen wir nur fest: ja, ich habe es richtig erfasst. Dieses Zurückspringen sollte vollständig abgestellt werden. Wurde ein ganzer Textabschnitt durch ein mögliches Falschlesen wirklich nicht verstanden, kann der Abschnitt noch einmal als ganzes wiederholt werden.

Wolfgang Schmitz legt ausführlich und durch zahlreiche Übungen begleitet dar, wie diese Hauptfehler beim Lesen vermieden und bessere Lesegewohnheiten angelernt werden können. Gewohnheiten umzustellen ist keine leichte Sache, das Buch aber eine sehr hilfreiche Unterstützung und ein sehr guter Einstieg. Wer sich mit dem Thema effektives und effizientes Lesen („Speedreading“) beschäftigen möchte, dem kann dieses Buch bedenkenlos empfohlen werden.

Persönlich konnte ich von dem Buch noch einmal sehr profitieren. Ich habe hier schon öfter über Speedreading geschrieben und bin von den unglaublichen Produktivitätsverbesserungen, die möglich sind, überzeugt. Eine deutliche Verbesserung meiner Lesegeschwindigkeit bei zugleich hohem Textverständnis konnte ich bereits erzielen und freue mich schon auf den Extremeinsatz im Rahmen meiner Masterarbeit, die noch in diesem Jahr ansteht.

Disclaimer: Das Buch wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Share

Advertisements

Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: