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Stirbt E-Mail aus?

Eine sicherlich interessante Frage ist, wie sich die Nutzung von E-Mail mit der Zeit ändern wird. Sicherlich eine provokante These, dass E-Mail in den nächsten Jahren nach und nach ausstirbt. Dennoch ist eine Entwicklung in diese Richtung grundsätzlich denkbar.

Mein privater E-Mail-Verkehr ist mittlerweile deutlich gesunken. I.d.R. beschränkt er sich auf die Distribution von Dateien, wofür es ja eigentlich auch eigenständige Tools gibt. Im Grunde könnte ich privat bereits fast vollständig auf E-Mail verzichten. Ein weiter Teil der Kommunikation hat sich auf Online-Communities wie Xing und StudiVZ verlegt. Skype und andere Instant-Messenger sind natürlich auch eine gute und direkte Kommunikationsmöglichkeit. Wobei dort die Spam-Gefahr zumindest deutlich höher ist als bei den Communities (zumindest auch hier im Privatbereich).

Im geschäftlichen Bereich sieht es aktuell noch sehr viel anders aus. Ein Teil der Kommunikation könnte sich mittelfristig neben der mündlichen oder fernmündlichen Kommunikation auf Instant-Messenger, Intranets und Wikis verlagern. Auch Online-Office-Tools wie die Google-Docs oder Presently können den Mail-Bedarf in geringem Maße eindämmen. Im geschäftlichen Bereich würde ich aber sagen, dass ein Aussterben von E-Mail als Kommunikationsmittel für mich persönlich derzeit noch schwer vorstellbar ist.

Dennoch darf auch nicht vergessen werden, dass ein weiter Teil der Bevölkerung aktuell noch froh ist, überhaupt E-Mails nutzen zu können. E-Mail ist schließlich eine Einstiegsanwendung unter den Internetanwendungen. Die aktive Nutzung von Online-Communities ist für viele Leute immer noch in weiter Ferne. Wenn sich das ändert, ist auch ein Niedergang des ständig steigenden E-Mail-Aufkommens grundsätzlich denkbar.

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Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

6 Responses to Stirbt E-Mail aus?

  1. Gerrit says:

    Ich bin davon überzeugt, dass eMails nicht aussterben, ihre Nutzungsfrequenz aber sehr deutlich (> 5o Prozent) heruntergehen wird. Und zwar: gerade im geschäftlichen Bereich. Zuerst intern, mittelfristig aber auch extern zu Partnern und Kunden. – Im privaten Bereich wird die eMail aber zunächst sogar noch als „neues“ Kommunikationsmittel zulegen. Und Xing oder gar studiVZ sind nun wirklich keine verlässlichen, steuer- und (zentral) speicherbaren Kommunikationsmittel. Alle Vorteile der digitalen Kommunikation gehen dort wieder verloren. Es sind leider Datensilos. Und es gibt (noch) keinen „Standard“. Ich persönlich benötige jedenfalls keine weiteren Inboxes.

  2. pherwarth says:

    Bei den Instant Messengern setzt sich gerade ein solcher Standard langsam durch. Xing will am Wochenende die Profilseiten um die Useraktivitäten in anderen SN erweitern. Grundsätzlich halte ich auch hier eine Standardisierung für denkbar. Persönlich archiviere ich Privatmails auch nicht. Wie gesagt: Ich konnte die letzten Wochen sehr gut ohne kommunizieren. Und das bedeutet nicht, dass ich weniger kommuniziert hätte. Die Spam-Problematik ist da ja auch noch so ein Punkt. Grundsätzlich ist Spam über SN nicht auszuschließen, aber aktuell noch nicht so bedeutend und es lässt sich i.d.R. über Bann-Listen u.ä. gut beheben.

  3. Gerrit says:

    Ich sehe das größte Problem in der Invlation von Inboxes: Ich persönlich wünsche mir meine Nachrichten nur in einem Posteingang. Das dürfte allerdings kaum noch zu realisieren sein.

    Neben den Mail- steht daher der RSS-Client schon heute für geschätzte 30% meiner Nachrichteneingangs-Kommunikation und auch einen wachsenden Teil der Ausgangs-Kommunikation (etwa 5%): Diesen Bereich werde ich in den nächsten Monaten gezielt forcieren – zulasten von eMails.

    Allerdings sehe ich bei diesem Prozess wenige bis keine Vorteile in Netzwerksites, sondern vielmehr in ‚eigenen‘ (und damit steuer- und speicherbaren) Wikis, die Kommunikation via eMails (oder andere Nachrichten etwa via Netzwerksites oder gar IMs) nicht einfach nur ersetzen sondern vielmehr reduzieren, effektiver und effizienter gestalten.

    IMs sehe ich übrigens ganz generell nicht als Ersatz, sondern eindeutig als Ergänzung für den Bereich, den sie originär ausfüllen sollten: den schnellen, gezielten Austausch. IMs stehen nicht in irgendeinem ‚Wettbewerb‘ mit eMails oder zukünftig halt: Wikieinträgen. IMs sind flow, eMails/Wikis hingegen static.

  4. Das Hauptproblem besteht darin, dass E-Mail heute für viele Dinge genutzt wird, für die andere Systems besser geeignet sind. Diese Systeme sind aber nicht so verbreitet. Und weil sich das kurzfristig auch nicht ändert, wird die allgemeine E-Mail-Nutzung wohl eher steigen und nicht sinken.

    Jedenfalls ein sehr spannendes Thema …

  5. Gerrit says:

    Martin, ich denke die entscheidende Herausforderung für diese „anderen Systeme“ besteht in Ihrer Usability und noch wichtiger Accessibility: Sobald der Aufwand, darüber zu kommunizieren, höher ist (auch nur marginal), als bei einer eMail, wird geradezu reflexhaft eine eMail verschickt. Sobald die Einfachheit und Zugänglichkeit wie bei einer eMail gewährleistet wird, steigt die Nutzung.

  6. pherwarth says:

    Interessant ist dazu auch die Aussage von Mark Zuckerberg in einem Interview mit der FAZ:

    FAZ: „Will social networks cannibalize the E-Mail?“

    Mark Zuckerberg: „Yes, that is definitely possible. E-mail tends to have more functionality. But social network messaging tends to be very simple. One of the things people really like of the Facebook messaging is that there is very little spam. And if you meet someone you can send him a message – without knowing his e-mail-address.“

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