Die deutsche Wirtschaft im Ersten Weltkrieg

Anfang August 1914 tritt Deutschland unter Kaiser Wilhelm II. in den Krieg mit einer Kriegserklärung an Rußland ein.

Die Umstellung der Produktion auf Kriegsbedürfnisse ist ein gravierender Einschnitt. Wurden zuvor nur etwa vier Prozent des Sozialprodukts für Kriegszwecke aufgewendet, waren es über die vier Kriegsjahre im Schnitt etwa 50 Prozent.

Da der Handel des Deutschen Reich zu einem erheblichen Teil per Schiffsverkehr abgewickelt wurde bauten die Briten eine Blockadelinie mit Kriegsschiffen zum Atlantik und zum Mittelmeer hin, die Deutschen wurden somit weitgehend vom Außenhandel abgeschottet. Nun wurden die neutralen Staaten sehr wichtig für den Güterverkehr aus und in das Deutschen Reich. Die Exporte gehen dennoch noch weiter zurück als die Importe, das Handelsbilanzdefizit ist über den gesamten Krieg viel negativer als zuvor. Die vorherige Nettogläubiger-Position geht verloren, das Deutsche Reich wird zum Nettoschuldner.

Rund zehn Millionen Männer werden eingezogen und nach Möglichkeit durch Frauen und Kriegsgefangene ersetzt. Die Arbeit ist allerdings oftmals physisch noch sehr anspruchsvoll. Die Industrieproduktion fällt massiv auf etwa die Hälfte des Ausgangsniveau ab. Die Agrarproduktion fällt nur auf etwa drei Viertel ab, da diese weniger abhängig von Sachkapital ist. Vor Kriegsbeginn mussten etwa 20 Prozent des Nahrungsmittelbedarfs aus dem Ausland eingeführt werden, jetzt steht aufgrund des gehinderten Außenhandels dramatisch weniger zur Verfügung. Nur etwa 55 bis 60 Prozent des Vorkriegsbestandes an Nahrungsmitteln kann erreicht werden, was zu regelrechten Hungerkrisen führt.

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Über Paul Herwarth von Bittenfeld
Lean & Agile IT-Unternehmer. Partner bei //SEIBERT/MEDIA & Founder von Rhein-Main-Startups.com. Weitere Erfahrungen in der Geschäftsführung von TwentyFeet GmbH, Gartentechnik.com GmbH, new-in-town GmbH und naturkostaktiv GmbH sowie hunderten Kundenprojekten gesammelt.

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