Sprint-Review: Konstruktives Feedback geben, wenn es einmal schlecht läuft

Review / Demo / Sprint-Review / Scrum ReviewDer Sprint neigt sich dem Ende zu und das Review-Meeting, welches im Rahmen jedes Scrum-Sprints zur Präsentation der Arbeitsergebnisse durchgeführt wird, steht an. Spätestens jetzt zeigt sich, was das Scrum-Team in den letzten Wochen geleistet hat und erreichen konnte. Der Product Owner ist gefordert, “seinem” Team Feedback dazu zu geben, wie er mit den Arbeitsergebnissen zufrieden ist.

Doch wie sollte er damit umgehen, wenn es einmal wirklich schlecht gelaufen ist und das Team bei weitem nicht die Fortschritte erreichen konnte, die gemeinsam geplant wurden?

Dem Team zuhören

Zunächst einmal ist es wichtig, dem Team die Chance zu geben, aufgetretene Hindernisse im Sprint-Verlauf darzulegen. Womöglich waren sie durch größere Ereignisse im Live-Betrieb von der Arbeit am Sprint-Ziel verhindert, haben aber ihr bestes gegeben, das System am laufen zu halten. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn ein ungewöhnlich starkes Nutzerwachstum aufgetreten ist, dass sich nicht vorhersehen ließ. Dadurch ändert sich nicht die Situation, dass das Sprintziel nicht erreicht wurde, es ist aber doch ein Unterschied, ob das Team alles gegeben hat und es trotzdem nicht geklappt hat, oder ob die Verfehlung des gemeinsamen Ziels andere Gründe hatte. Womöglich teilt das Team dabei auch wichtige Informationen mit, die dem Product Owner und dem ScrumMaster die Möglichkeit bieten, das Team bei der Erreichung zukünftiger Zielsetzungen zu unterstützen. Damit es dazu kommen kann, muss dem Team aber die Möglichkeit gegeben werden, eine Selbsteinschätzung zu geben.

Die eigene Perspektive erklären

Das Feedback des Product Owners sollte klar und verständlich zum Ausdruck kommen. Das sollte allerdings jederzeit sachlich und konstruktiv erfolgen. Wurde nicht nach den vereinbarten Prioritäten gearbeitet, kann noch einmal herausgestellt werden, warum sie so festgelegt wurden. Wurde einem Stakeholder gegenüber in Abstimmung mit dem Team eine Zusage gemacht, die nun nicht eingehalten werden kann, sollte das auch noch einmal betont werden. Die Konsequenzen des schlechten Sprintverlaufs sollten dargestellt werden. Da der Product Owner die wirtschaftliche Verantwortung für das Projekt trägt, sollte er gerade auch die betriebswirtschaftliche Sicht mit einbringen und die Interessen der Stakeholder vertreten.

Das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Ein schlechter Sprint tut weh. Er tut dem Product Owner weh, der die wirtschaftliche Verantwortung für das Projekt trägt. Er tut dem Team weh, das seine selbst gesteckten Ziele nicht erreicht hat. Und auch dem ScrumMaster tut er weh, da ihm eine Menge Arbeit bei der Aufarbeitung bevorsteht.
Aus dieser schmerzlichen Situation heraus sollte das Ziel des Product Owners nicht sein, dass das Team sich noch schlechter fühlt. I.d.R. können sich die Teams auch selbst gut einschätzen und sind selbst unzufrieden, wenn das Sprintziel nicht erreicht wurde. Dennoch sollte er klar darstellen, wie die Erwartungshaltung war und wie das gelieferte Ergebnis sich dazu verhält. Es kann auch anhand eines Release-Burndown-Chart ermittelt werden, wie die Auswirkungen auf den Releasetermin (wenn der Umfang fixiert, das Datum variabel) oder den Releaseumfang (wenn der Umfang variabel, das Datum fixiert ist).

Gemeinsam nach Lösungen suchen

In der Retrospektive besteht noch einmal ausführlich die Möglichkeit, den zurückliegenden Sprint aufzuarbeiten und Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten. Persönlich habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, als Product Owner bei den Retrospektiven des Teams dabei zu sein. Das machen wir allerdings nur, wenn das Team dem zustimmt. Denn für einen offenen Umgang mit Kritik ist eine situative Ermöglichung der Kritik erforderlich. Die Teammitglieder müssen das Gefühl haben, dass sie Fehler offen ansprechen dürfen. Das ist meist eine Frage des Vertrauens.

Fazit

Gerade ein schlechter Sprint zeigt, ob das Team wirklich ein Team ist. Der Product Owner sollte seine Erwartungen und die Erwartungen des Stakeholder klar vertreten. Vertrauen ist die Basis für ein erfolgreiches Team.

 

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Softwareunterstützung für Scrum-Teams: JIRA und Confluence

Die Verwendung von Tools ist bei Scrum-Teams ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Die einen schwören darauf, die anderen halten es für überflüssig. Was für alle Teams und Teammitglieder gelten muss, wenn sie Softwareentwicklung mit einem agilen Verständnis betreiben möchten, ist: “Individuals and interactions over processes and tools” (Agile Manifesto). Die Tools dürfen nicht als Ersatz für den persönlichen Austausch zwischen den Produktentwicklern betrachtet werden. Unter dieser Prämisse sehe ich durchaus einige sehr hilfreiche Anwendungen für Tools. Wie bei der Internetagentur //SEIBERT/MEDIA in den Scrum-Teams mit den Atlassian-Produkten JIRA und Confluence arbeiten, habe ich in einem aktuellen Artikel dargestellt.

Zum Artikel im Blog von //SEIBERT/MEDIA

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Konflikte gehören dazu: Teambildungsprozesse in der Softwareentwicklung

Es ist unheimlich spannend, Softwareentwicklungsteams bei den ersten Sprints eines neuen Scrum-Projekts zu beobachten. Es ist eine intensive Zusammenarbeit gefordert, um als Team erfolgreich zu sein.
Und wenn ich sage, dass der Prozess spannend ist, bedeutet das auf keinen Fall, dass es nur schöne Seiten hat. Die enge Zusammenarbeit, optimalerweise in einem gemeinsamen Teamraum, führt durchaus zu Konflikten. Diese Konflikte werden häufig noch als etwas Schlechtes angesehen. Dabei sind sie extrem wichtig. Als Team Konflikte zu haben bedeutet auch, dass offen über Meinungsverschiedenheiten gesprochen wird. Dies ist besser als eine Situation, in der sie unter den Teppich gekehrt und nicht aufgelöst werden. Dennoch müssen sich Teams einspielen, was die Austragung und Überwindung von Konflikten anbelangt. Dabei ist es hilfreich, wenn die Teammitglieder grundsätzliche Kenntnis über Teambildungsprozesse haben. Ein häufig referenziertes Modell des Teambildungsprozesses geht auf Bruce Tuckman zurück. Dieses stelle ich in einem aktuellen Artikel vor.

Zum Artikel im //SEIBERT/MEDIA Blog

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Non-Profit-Konferenz “Deutsche Scrum 2011″ am 12./13.7. in Stuttgart

Am 12. und 13. Juli findet in Stuttgart ein Treffen von Scrum-Enthusiasten und jenen, die Scrum noch besser (kennen-)lernen möchten, statt. Es handelt sich dabei um eine Non-Profit-Konferenz, zu der sich bereits zahlreiche Scrum- und Agile-Coaches angekündigt haben. Das gewählte Format beinhaltet einen OpenSpace-Anteil, so dass nicht nur zuschauen und zuhören, sondern auch eine aktive Beteiligung an der Konferenz möglich ist.

Produktvision

Stefan Roock hat einen Vorschlag für die Produktvision des Events gemacht, der auf Zustimmung gestoßen ist:

Für Unternehmen, die Scrum anwenden (wollen) ist das Deutsche Scrum-Meeting 2011 eine kleine Non-Profit-Konferenz mit klassischen Vorträgen sowie nicht-klassischen Sessions wie Innovations-Cafe.

Im Gegensatz zu den XP-Days Germany kümmert sich das Deutsche Scrum-Meeting ausschließlich um Scrum.

Im Gegensatz zum europäischem Scrum-Gathering findet das Deutsche Scrum-Meeting auf deutsch statt mit Teilnehmern aus dem deutschsprachigem Raum.

Ablauf

1. Tag

Start mit einem Open Space für alle. Danach Open Space mit dem Thema “Scrum Advanced” mit parallel einem Anfänger-Track und einem Track Intermediate/Special Interest

9 – 12h : Open Space
13-17h : Open Space Advanced Scrum
13:00-14:30h: Session INTRO 1
15:00-16:30h: Session INTRO 2

2. Tag

9 – 10:30h : World Cafe
Tracks: 11h – 16h :
Track 1: Team practices
Track 2: Scrum und andere Methoden: Synergin und Tendenzen
Track 3: Scaling Scrum, Scrum at Scale, Das Agile Unternehmen

Anmeldung

Die Anmeldung zum und Koordination des Treffens erfolgt über die Seite http://dtscrum2011.crowdvine.com/.

QR-Codes zur Aktualisierung von Taskboards – 7 Fragen an Matt Müller


Wer den Raum eines Softwareentwicklungs-Teams betritt, dass sich die Vorteile der agilen Softwareentwicklung zunutze macht, wird in der Regel eines sehen können – ein Taskboard mit Aufgabenbeschreibungen auf Karten, das vom Team zur Organisation der Aufgaben genutzt wird.
Immer wieder sind Besucher bei uns irritiert über diese Rückkehr zu Tafel und Papier, ausgerechnet in einer Softwareschmiede. Viele Teams setzen dabei neben dem Offline-Taskboard zusätzlich auf eine elektronische Aufgabenverwaltung. Die Verwaltung der Aufgaben an einem Taskboard im Teamraum sorgt für eine hohe Transparenz und macht den Arbeitsfluß in einem besonderen Maße sichtbar. Die Verwaltung von Aufgaben in einem elektronischen System hat ebenfalls ihre Vorteile. So lassen sich dort auch große Mengen von Vorgängen dauerhaft für die spätere Bearbeitung vorhalten, einfach mit Links und Grafiken versehen und es kann eine Anbindung an ein Zeiterfassungssystem erfolgen. Die Verwendung von beidem führt jedoch zu einer Herausforderung: Änderungen am Status einer Aufgabe (z.B. “offen”, “in Bearbeitung”, “geschlossen”) müssen in beiden Systemen, digital und analog, erfolgen.

Umso spannender fand ich es, bei meinem ehemaligen Kollegen Matthias Müller von einer selbst entwickelten Lösung für einen einfacheren Abgleich zwischen Taskboard im Teamraum und elektronischer Aufgabenverwaltung zu lesen.
Matthias hat sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu seiner Lösung zu beantworten.

Matthias, erzähl’ uns erst einmal wer Du bist und was Du machst.

Hallo Paul! Ich arbeite als Softwareentwickler bei der Rhein Main Multimedia GmbH in Mainz. Wir sind eine Tochtergesellschaft der Verlagsgruppe Rhein Main und somit als Dienstleister hauptsächlich im Umfeld der Onlineangebote unserer Tageszeitungen im Bereich CMS und allen Randgebieten unterwegs. Im Kern der RMM sind wir neben Online Sales und Projektkoordination ein Team von fünf Kollegen, die sich um die Planung und Umsetzung neuer Projekte und Anforderungen an bestehende Systeme kümmern. Im Bereich der agilen Softwareentwicklung sind wir noch Rookies – wir beschäftigen uns seit Anfang des Jahres damit. Dabei machen wir nicht “Scrum by the Book”, weil dies als alleiniges Toolkit für die Vielzahl der von uns betreuten Applikationen nicht als tauglich erschien, sondern bewegen uns in einer gesunden Mischung der unserer Ansicht nach nützlichsten Komponenten aus Scrum und Kanban.

In den letzten Wochen hast Du in Deinem Blog “any-where” über eine von Dir entwickelte Lösung berichtet, um einen Abgleich zwischen einem Offline-Taskboard und der elektronischen Aufgabenverwaltung mit trac herzustellen. Wie kamst Du auf die Idee und wie funktioniert Deine Lösung?

Hoffentlich hole ich jetzt nicht zu weit aus. Ich arbeite seit 2010 bei RMM und war bis Ende letzten Jahres in ein großes Projekt mit einem unserer spanischen Dienstleister als technischer Berater involviert. Das Projekt scheiterte leider. Wie ich nun weiß, aufgrund der vielen üblichen Fehler, die man machen kann: Falsche Anforderungsanalyse, fehlende Transparenz, das parallele Arbeiten an vielen Tasks und Komponenten, Terminfixierung statt Qualitätsfixierung, fehlende Prioritäten und der Plan eines Big Bang Releases. Erkannt wurde dies früh, aber leider nicht angegangen aufgrund der politischen Struktur des Unternehmens und des Projekts. Anfang des Jahres beschlossen wir, dass dies so nicht mehr passieren darf. Wir begannen, unsere Arbeitsweise hin zu mehr Agilität und Effizienz zu bewegen. Eine Entscheidung übrigens, die direkt aus dem Team heraus angestoßen wurde und einen wirklich spannenden Prozess folgen ließ, der eine merkliche Verbesserung unserer täglichen Organisation und vor allem der Transparenz aller Aufgaben und Projekte mit sich brachte. Ich will das gar nicht im Detail ausführen. Aber unter anderem hängt in unserem 4-Mann-Büro nun ein großes Taskboard, das über alle Projekte hinweg unsere Tasks erfasst und jeden Morgen in einem Daily Stand-up besprochen wird. Auf der Suche nach einem OpenSource-Tool für agile Entwicklung stieß ich auf Agilo als (recht) brauchbare Erweiterung für Trac. Dieses setzen wir nun ein und brauchten quasi sofort eine einfache Möglichkeit, das Offline-Medium Board mit dem Online-Medium Agilo zu verheiraten. Agilo und Trac bringen von Hause aus keine Unterstützung mit. Deshalb entwickelte ich ein kleines Java-Tool TracPrinter, welches aus einem Applet heraus das Drucken von Task-Cards erlaubt. Mit diesem schafften wir den Weg in die eine Richtung: Aus dem Intranet ans Board.

Nun kommt es bei uns oft vor, dass ein Ticket bearbeitet wurde, in “Done” auf dem Board verschoben, aber in Agilo nicht aktualisiert wurde. Das ist ärgerlich, weil es neben dem Aufwand des nachträglichen Änderns in Agilo viele zu beantwortende Nachfragen gab, wenn die Tickets in Agilo kontrolliert wurden. Wir brauchten also einen einfachen Weg, Tickets in Agilo schnell schließen zu können. Da quasi jeder Zugang zu einem iPhone oder Android-Gerät mit WI-FI-Zugang zum Intranet hat, dachte ich, dass es das einfachste wäre, über das Smartphone eine Möglichkeit zu schaffen, Tickets in Agilo zu bearbeiten. Als einfachste Lösung schienen hier QR-Codes in Frage zu kommen: Somit wurde TracPrinter erweitert um eine Funktion, welche QR-Codes mit einem hinterlegten internen Link zu einem einfachen PHP-Script auf die Ticket-Karten schließt. Nach Scannen des QR-Codes öffnet der Browser dieses Script auf dem Server im Intranet. Derzeit schließt dieses wirklich nur “hart” das Ticket. So haben wir erreicht, dass Tickets direkt nach Fertigstellung oder im Daily Stand-Up innerhalb von Sekunden geschlossen werden können.

Wie bewährt sich diese Lösung bei Euch im Praxis-Einsatz?
Die Gesamtlösung mit TracPrinter und der neuen QR-Code-Lösung unterstützt unsere Prozesse recht gut. Wie bei allen Dingen steht und fällt dies natürlich mit der Gewohnheit der User: Man muss natürlich dran denken, den TracPrinter zu nutzen, um ein Ticket, das man gerade erstellt hat, auch ans Board zu bekommen. Hier kommen wir öfter an den Punkt, dass ein Ticket zwar in Agilo ist, aber nicht am Task-Board hängt. Aber wir werden besser. Das korrekte Schließen des Tickets in Agilo wird im Daily Stand-Up mittlerweile abgefragt und im Zweifel direkt per Smartphone geschlossen. Hier haben wir wirklich einen Gewinn.

Welche weiteren Entwicklungspotenziale siehst Du für Deine Lösung?
Noch ist alles eine Sammlung loser Tools: Agilo hat seine eigene URL, der TracPrinter ist unter einer eigenen URL im Intranet erreichbar, ebenso das Script, welches Requests via QR-Codes entgegennimmt. Das klappt natürlich – geplant ist allerdings, alles zusammen in eine Erweiterung für Trac zu überführen, um alles an einer Stelle zu haben und den manuellen Schritt des Druckens von Karten direkt in die Erzeugung von Tickets zu integrieren. Darüber hinaus habe ich ja erwähnt, dass via QR-Code die Tickets hart geschlossen werden: Man kann noch nicht differenzieren, ob ein Ticket done oder invalid ist. Auch eine Schnittstelle zur Kommentarfunktion von Agilo existiert nicht. Da die Lösung aber gut angenommen wird, ist der Plan, ein mobiles Interface für Agilo zu schaffen, das es erlaubt, direkt alle Informationen über ein Ticket abzurufen und eine Möglichkeit zu schaffen, den verschiedenen “Schließmöglichkeiten” in Agilo gerecht zu werden. Somit kann man noch mehr Zeit vor dem Board statt vor Agilo im Notebook verbringen :-) Das wird die Kommunikation über Tickets bestimmt weiter fördern.

Ein dänisches Scrum-Team von Vodafone hat vor einigen Monaten eine Lösung für den Abgleich zwischen JIRA und einem Offline-Taskboard mittels RFID-Technologie vorgestellt und dafür einige Aufmerksamkeit bekommen. Wie siehst Du die QR-Lösung im Vergleich zu einer RFID-Lösung? Was hat mehr Potenzial für die Zukunft?

Ja, die RFID-Lösung ist sehr fancy. Vor allem das automatische Einblenden des Burndown-Charts ist spektakulär und wirklich motivierend! Man sieht in Echtzeit den Effekt der Abarbeitung des eigenen Tickets. Tatsächlich war das Video, das ich im Dezember in Deinem Blog über diese Lösung gesehen habe, durchaus ein Impulsgeber für die Ideen, die hier mit Trac und QR-Codes nun umgesetzt sind. Das Problem, Onlinetools mit Offlinemedien zu synchronisieren, ist im Bereich der agilen Entwicklung sicher an vielen Stellen aktuell. Die Entscheidung, Papier zu nutzen und nicht auf einen “großen Touchscreen” als digitales Board zurückzugreifen und alles direkt online abzubilden, wird ja bewusst getroffen. Nun sind QR-Codes sehr billig, RFID aber leider nicht. Das ist sicher auch einer der Gründe, weshalb wir auf QR-Codes setzen :-) Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob und welche Möglichkeiten es bereits mit QR-Codes für marktführende Tools wie Jira gibt. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass dies eine tolle Unterstützung für viele Projekte sein kann. Uns nutzt es sehr – und solange nicht jeder die Möglichkeit hat, einen RFID-Scanner hinter sein Board zu hängen, ist dies sicher die effizientere Variante. Wenn das Vodafone-Modell aber in Serie geht, werde ich hier sicher vorschlagen, das zu kaufen :-)

Wie siehst Du in Zukunft die Entwicklung zwischen elektronischem Taskmanagement und Taskboards in Teamräumen. Was für Möglichkeiten werden sich uns da in den nächsten 5-10 Jahren bieten?

Es dauert sicher nicht lang, bis der erste Anbieter ein elektronisches Hardware-Board für den kommerziellen Vertrieb bereitstellt. Auf welcher Technologie dies basiert, sei mal offen gelassen. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es sehr interessante Lösungen geben wird, die in Richtung der Vodafone-Version gehen werden. Das Problem hier ist m.E. nicht unbedingt die technische Machbarkeit und die Kosten sondern vielmehr die Vielzahl der Produkte im Bereich “Taskmanagement” und die Eigenarten der agilen Arbeit in Organisationen. Dem gerecht zu werden ist sicher eine Herausforderung für Hersteller. Am Ende ist ein einfaches Whiteboard doch schneller den persönlichen Bedingungen angepasst. Natürlich könnte ein Anbieter speziell für die Schnittstelle zu Jira (oder warum auch nicht Agilo/Trac?) ein solches Board herstellen. Ich bin selbst gespannt, was hier kommen wird. Ob RFID hier eine Lösung ist oder tatsächlich mit QR-Codes gearbeitet wird, die von einem Scanner direkt im Board verarbeitet werden können, ist sicher eine Frage der Kosten. Papier ist billiger als RFID. Aber wer weiß, wie sich das entwickelt.

Zum Schluss noch einmal zum Thema QR-Codes: Werden diese dauerhaft interessant und vielfältig im Einsatz sein oder stellen sie nur einen Übergang zu neuen Technologien und Lösungen dar?

Für mich ist unsere QR-Lösung tatsächlich der erste Fall, wo ich – jenseits von logistischen oder produktionstechnischen Anwendungsfällen – einen persönlichen professionellen Nutzen in QR-Codes sehe. Jetzt nutze ich sie täglich als Unterstützung meiner täglichen Arbeit :-) Im Consumerbereich sieht das anders aus: Für Endanwender sind QR-Codes ja schon heute bspw. für Ticketing oder Check-ins vielfältig im Gebrauch. Ihr Gebrauch ist einfach und kostengünstig. Wir arbeiten hier auch an Projekten, in denen QR-Codes im Bereich des Couponings und Location Based Services eine Rolle spielen werden. Somit werden sie uns noch eine Weile begleiten :-)

Vielen Dank, Matthias!
Sehr gerne!

So sehen die Printouts mit QR-Code dann aus:
QR-Codes zur einfachen Aktualisierung eines Taskboards (Foto: Matthias Müller)

Blogartikel von Matthias Müller zu seinen Erweiterungen für trac:

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“Scrum & Kanban im Agenturgeschäft” – Treffen der Scrum Usergruppe Rhein-Main am 16. Juni

Das Juni-Treffen der Scrum Usergroup Rhein-Main findet in Wiesbaden statt. Am 16.06.2011 bieten Joachim Seibert und Paul Herwarth von Bittenfeld von der Internetagentur //SEIBERT/MEDIA Einblicke in die Arbeit mit Scrum und Kanban im Agenturgeschäft.

Neben den Erfahrungen bei der Einführung im Agenturgeschäft für ganz verschiedene Projektarten (die immer noch im Gange ist) werden Einblicke in die Teambüros und die Werkzeuge der Agentur gewährt.

Auch ein Blick in die Zukunft soll gewagt werden. U.a. steht in etwa einem halben Jahr ein Umzug an, mit dem sich Fragen zur optimalen Raumplanung für agile Teams stellen.

Das Ziel des Treffens ist ein praxisnaher, aktiver Dialog.

Ab 21 Uhr wird zum Socializing ins Orange am schönen Schiersteiner Hafen gewechselt.

Termin und Veranstaltungsort

Do, 16.06.2011, ab 19:30 Uhr

//SEIBERT/MEDIA GmbH
Rheingau Palais, Söhnleinstrasse 8
65201 Wiesbaden
Deutschland

Referenten des Abends

Joachim Seibert: Joachim ist Geschäftsführer und Leiter Technologies bei //SEIBERT/MEDIA. Im letzten Jahr hat er entscheidend die Entwicklung hin zu agilen Werten und Prinzipien im Unternehmen vorangetrieben.
Weitere Informationen über Joachim: http://seibert.biz/jseibert

Paul Herwarth von Bittenfeld: Paul leitet den Bereich Beteiligungen von //SEIBERT/MEDIA und ist in dieser Funktion auch als Product Owner für die Tochtergesellschaften TwentyFeet, Gartentechnik.com und naturkostaktiv tätig.
Weitere Informationen über Paul: http://seibert.biz/pherwarth

Anmeldung zum Juni Treffen der Scrum Usergruppe

25 Blogs zu Scrum und agiler Softwareentwicklung

Welche Blogs zu Scrum und agile Softwareentwicklung solltet ihr nicht verpassen? Vor einiger Zeit habe ich meine persönlichen Top 5 Scrum-Blogs vorgestellt. Agile Office fragte in einem Kommentar, welche weiteren Blogs ich zu dem Thema lese.
Nachfolgend daher eine umfangreichere Liste von 25 Blogs zu Scrum und agiler Softwareentwicklung:

  1. “Scrum Log” von Jeff Sutherland: Der “Vater von Scrum” schreibt seit 2002 über alles rund um Scrum, von “Dealing with Bugs in a Sprint” bis zu “Hackathons – How it’s done at Facebook”
  2. “Telling It Like It Is” von Ken Schwaber: Der Mitbegründer von Scrum und Gründer von Scrum.org schreibt regelmäßig über seine Sicht auf die Entwicklungen in der Scrum Community.
  3. ScrumAlliance Articles: Hier gibt es Artikel von vielen erfahrenen Scrum Trainern und Professionals.
  4. “bor!sgloger — leading Scrum with passion” von Boris Gloger: Einer der bekanntesten Scrum-Trainer aus Deutschland versorgt uns regelmäßig mit aktuellen Tipps und Tricks rund um agile Softwareentwicklung.
  5. “All Things Product Owner” von Roman Pichler: Der Scrumtrainer und mehrfache Buchautor schreibt regelmäßig und überzeugt durch tolle Anregungen, wie die zu einem Product Backlog Board.
  6. “Lean und Kanban” von Arne Roock: Der Prokurist bei it-agile und Träger eines schwarzen Gürtels in Karate schreibt einen der wenigen deutschen Blogs über Kanban in der Softwareentwicklung.
  7. “Dayley Agile” von Alan Dayley: Ein Softwareentwickler, der seit vielen Jahren auf agile Softwareentwicklung schwört und seine Erfahrungen mit uns teilt.
  8. Implementing Scrum von Michael Vizdos: Der Scrum-Trainer berichtet von seinen Erlebnissen, Tony Clark liefert ihm herausragende Illustrationen dazu. Sehr sehenswert.
  9. “inside-scrum” von Jean-Pierre: Ein Anwenderbericht vom Start und der Durchführung eines Scrum-Projekts.
  10. Agile Product Design: Agile Softwareentwicklung betrachtet aus dem Blickwinkel des Product Designs, eine längere Zeit schon still, aber mit sehr interessanten Artikeln.
  11. Peter Beck: Scrum-Trainer von DasScrumTeam. Zuletzt leider etwas ruhig geworden.
  12. “scrum breakfast”: Die Selbstbeschreibung drückt es am besten aus: “Blog about Scrum: getting started, crisis project management and transforming into a lean organization.”
  13. ScrumEdge: Ein weiteres Scrum-Blog, das durch eine hohe Frequenz von guten Artikeln überzeugt.
  14. “Agile Product Owner” von Jennifer: Die Eigenbeschreibung “Sharing the Art of Agile Product Ownership” trifft es auf den Punkt. Zuletzt ist es in dem Blog leider eher ruhig geworden.
  15. ScrumCenter: Der Corporate Blog eines agilen Beratungsunternehmens. Viele Inhalte von Präsentationen werden behandelt, aber auch auf interessante Artikel verwiesen.
  16. Scrumology von David Bland: Entgegen dem Namen geht es nicht nur um Scrum, sondern auch um Kanban und “schlanke” Softwareentwicklung. David teilt seine Erfahrungen aus der Praxis.
  17. Stefan Roock: Der Trainer für agile Softwareentwicklung berichtet über seine Erlebnisse und Erfahrungen aus seiner Beratungstätigkeit.
  18. The Agile Executive von Israel Gat: Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Rollout von “Agile” auf Unternehmensebene, also über einzelne Teams hinweg.
  19. The Agilista PM von Donna Reed: Mit Fachartikeln, Webinaren und Webcasts werden hier Aspekte des agilen Projektmanagements behandelt.
  20. Scaling software agility: Wie lässt sich agile Softwareentwicklung in großen Projekten einsetzen? Hier gibt es Antworten.
  21. PM-Blog von Stefan Hagen: Obwohl sein Blog nicht ausdrücklich auf agile und schlanke Vorgehensweisen fokussiert, ist ihm dieses Faible von Stefan anzumerken.
  22. “ScrumTools – agiles Projektmanagement”: Neben einer Liste von Scrum-Tools gibt es von Zeit zu Zeit Artikel im zugehörigen Blog.
  23. agileoffice: Agile, Lean und Scrum sind die Themen, mit denen sich dieses Blog beschäftigt.
  24. “Systems Thinking, Lean and Kanban” von David Joyce: David teilt seine langjährigen Erfahrungen als Coach und Teammember und verweist regelmäßig auf spannende Artikel.
  25. “Lean Software Engineering” von Corey Ladas und Bernie Thompson: Die beiden teilen ihre Erfahrungen aus Teams von u.a. Microsoft und IBM. Ihre Artikel bekommen hohe Aufmerksamkeit und sorgen regelmäßig für umfangreiche Diskussionen.
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Foto: Von Rafa[EU]

Agile Days bei der jax in Mainz

Anfang Mai findet in Mainz erneut die jax statt, eine Konferenz für Java, Architektur, Cloud und Agile. Im Programm sind auch einige Special Days, bei denen sich intensiv ausgewählten Schlüsselthemen gewidmet wird.

Drei dieser Special Days behandeln die verschiedenen Aspekte agiler Softwareentwicklung.
Zum Agile Day (2. Mai) werden unter anderem Jutta Eckstein (Autorin von “Agile Softwareentwicklung mit verteilten Teams”), Jens Coldewey (Geschäftsführer von it-agile) und Roman Pichler (Autor von “Scrum – Agiles Projektmanagement erfolgreich einsetzen”) erwartet. Inhalt der Sessions sind eher grundlegende Fragestellungen zur Agilität.
Beim Agile Day interaktiv (2. Mai) wird live gezeigt, wie u.a. Coding Katas und Retrospektiven ablaufen sollten. Karateka Arne Roock wird gar vorführen, woher die Bezeichnung “Kata” kommt.
Bei den Agile ALM Days (3. und 4. Mai) wird es wieder sehr technisch. “Besser Software schreiben” ist das Ziel, das u.a. durch professionelles Build-Management, technische QS und Continous Integration erreicht werden soll.

Zu den Special Days der jax 2011 in Mainz

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