Produktmanagement und Vermarktung von Internet-Anwendungen

… von Paul Herwarth von Bittenfeld

Wider die „Clean Desk Policy“

mit einem Kommentar

Über 100 Berater in Deutschland und über 4000 Berater in den USA leben davon, dass sie die perfekte Ordnung predigen und ihre Ordnungssystemematiken über Vorträge, Bücher und Einzelberatungen verbreiten. Aber ist das wirklich sinnvoll?

Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Artikel der WirtschaftsWoche (29/2007). Sie kommt letztlich zu dem Schluss, dass die von den Beratern angepriesene 100%ige Ordnung keinesfalls Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne garantiert. Im Gegenteil wird gar von einem Fall berichtet, in dem nach dem Einsatz eines Ordnungsberaters ein Unordnungsberater engagiert werden musst, weil die Leute ihre Sachen nicht mehr wieder fanden. Außerdem:

Chaotische Schreibtische verraten etwas über den sozialen Status. Studien belegen, dass die Stapel bei Menschen mit steigendem Bildungsgrad, höherem Einkommen und wachsender Berufserfahrung besser gedeihen.

Zum einen müssten weniger intelligente Menschen für mehr Struktur und Ordnung sorgen, um überhaupt effizient arbeiten zu können, außerdem sei ein chaotischer Schreibtisch eben auch Folge eines sehr abwechslungsreichen Alltags. Als Beispiele wird unter anderem Außenminister Steinmeier und Alessi-Chef Alberto Alessi genannt. Eine kleine Bildersammlung führt auch den Schreibtisch von Businessangel Jens Kunath auf, der sich in seinem Blog zumindest zu kurzfristigem Chaos bekannte.

Das Ende des Artikels gefällt mir als Volkswirt natürlich besonders gut. Denn, das individuell optimale Chaos ermitteln wir wie folgt:

Es ist erreicht, wenn wir mit etwas mehr Ordnung oder auch mit etwas mehr Chaos ineffektiver arbeiten würden.

Ganz einfach, oder?

Geschrieben von Paul Herwarth von Bittenfeld

31. Juli 2007 um 09:07

Veröffentlicht in Effektivität und Effizienz

Eine Antwort

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  1. Zu obiger Aussage mit der Intelligenz und der Ordnung fällt mir folgende Bauernweisheit ein:
    „Dumme brauchen Ordnung. Das Genie beherrscht das Chaos!“ :-)

    Martin, der weiter auf GTD schwört.

    Martin Seibert

    5. August 2007 um 23:25


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