Vorteile der Inflation zu Beginn der Weimarer Republik
7. Dezember 2006 Hinterlasse einen Kommentar
Die steigenden Inflationsraten zu Beginn der Weimarer Republik hatten zunächst nicht nur negative Seiten. Die Vorteile dieser Preissteigerungen werden hier kurz erläutert.
- Die Staatsausgaben hätten reduziert und die Einnahmen erhöht werden müssen, um die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Die Gesamtwirtschaftliche Nachfrage wäre zurück gegangen und eine Stabilitätskrise entstanden. Das passierte auch in England und den USA.
- Das Land war stark importabhängig. Wären die Exporte weiter zurückgegangen, wäre das Handelsbilanzdefizit weiter gestiegen.
- Schon während der Kriegszeit hatte sich Deutschland im Ausland verschuldet. Erstaunlicherweise waren die Kredite auch nach dem Krieg zu einem großen Teil in Mark denominiert. Es muss erwartet worden sein, dass der Wechselkurs sich wieder durch eine zurückgehende Inflation verbessert. Es wurde also mit Spekulationsgewinnen gerechnet. Diese Kredite lösten sich später quasi in nichts auf. Es handelte sich dabei gewissermaßen um eine unfreiwillige Aufbauhilfe aus dem Ausland. Die Reichsschuld hätte sonst über die Steuerzahler zurück gezahlt werden müssen. Von 1919 bis Mitte 1922 machte das etwa 5 Prozent des deutschen Sozialprodukt aus, und damit mehr, als an Reparationen gezahlt werden musste.