Die Last der Reparationszahlungen
13. November 2006 Hinterlasse einen Kommentar
Mit dem Verlust von Elsaß-Lothringen, Westpreußen und Oberschlesien (letztere nur teilweise) gingen etwa 13 Prozent des Produktiongebiet, zehn Prozent der Bevölkerung und ein Viertel der Produktion an Brotgetreide und Kartofeln verloren. Der Importbedarf zur Nahrungsmittelversorgung wurde damit noch einmal drastisch erhöht.
Das etwa ein Drittel der Steinkohleerzeugung (Oberschlesien) verloren gingen war wirtschaftlich nicht so schlimm, da das Ruhrgebiet genug davon zur Bedarfsdeckung bot.
Anders verhielt es sich mit dem Eisenerz in Oberschlesien. Deutschland war zuvor bereits eisenerzarm und Eisen war ein enorm wichtiger Grundstoff. Nun gingen vier Fünftel davon verloren und auch hier stieg somit der Importbedarf. Und dies bei gesunkener Exportfähigkeit.
Der Verlust der Kolonien war zwar politisch schmerzhaft, wirtschaftlich gesehen aber eine Entlastung. Durch die hohen Verwaltungskosten und die Aufwendungen für Soldaten war dies eher ein Zuschuss-Geschäft als ein Gewinnbringer. Die Handelsflotte ging allerdings auch verloren, die zuvor durch Dienstleistungsabkommen mit anderen Ländern Geld einbrachte.
Die Reparationsforderungen hatten somit entscheidende wirtschaftliche und politische Folgen, die noch weit in die Weimarer Republik und die Zeit danach hineinreichten.